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Deutsche Bahn : Entgleisung im Koalitionsvertrag

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Alles im Plan? Die Politik träumt von der Verdoppelung der Bahnkunden, doch wächst die Nachfrage gerade dort, wo die Schienenkapazität schon am Limit ist. Bild: dpa/dpaweb

Die Innovationen bei der Deutschen Bahn verordnet jetzt der Minister. Und der Umbau des Aufsichtsrats ist in vollem Gang. Es scheint so, als verabschiede sich die Bahn von ihrer jahrelangen Wettbewerbsstrategie.

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          Die Bundesregierung packt bei der Bahn fest zu. In den Koalitionsvertrag wurden ehrgeizige Ziele zum Schienenverkehr geschrieben, Mitte März wurde er unterzeichnet, und schon sind die ersten Weichen in die neue Richtung gestellt. Enak Ferlemann, seit 2009 Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium, wurde als erster Beauftragter des Bundes für den Schienenverkehr inthronisiert. Seit Anfang Juni leitet er zudem das neue branchenumfassende „Zukunftsbündnis Schiene“, von dem sich der Bundesverkehrsminister den „Wow-Effekt beim Bahnfahren“ wünscht – nämlich dass „das umweltfreundlichste Verkehrsmittel der digitalen Gesellschaft für die Menschen zur Leidenschaft wird“.

          Direkten Zugriff verschafft sich die Politik bei der bundeseigenen Deutschen Bahn AG (DB). Der Umbau des Aufsichtsrats ist in vollem Gang; Unternehmensvorstände und Wirtschaftsfachleute verlassen ihre Posten und machen Platz für Vertreter aus der Politik. Man darf sich das im historischen Kalender markieren, es ist eine Art Gegenreform, ein Abschied von der Strategie, die jahrelang galt.

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