Der Westen und Afrika : Schuldgefühle sind nicht angebracht

In Ländern wie Niger sind die Eliten keine westlichen Marionetten. Staatsstreiche haben andere Ursachen. Die Aussichten bleiben düster, Entwicklungshilfe ist nur eine Art internationaler Sozialhilfe. Ein Gastbeitrag.
Die jüngsten Staatsstreiche – oder eher Palastrevolutionen? – in Gabun und Niger fanden in unterschiedlichen ökonomischen und politischen Kontexten statt. Eines verbindet sie jedoch: Sie sind beide Symptome der Krise der Multiparteien-Demokratie, die sich um 1990 in weiten Teilen Afrikas durchgesetzt hatte, damals angestoßen von der afrikanischen Zivilgesellschaft und enthusiastisch unterstützt vom „Westen“. Die gegenwärtige öffentliche Diskussion in Deutschland zu den jüngsten Staatsstreichen in Niger und Gabun läuft häufig unter der Fragestellung: „Was hat der Westen / haben wir falsch gemacht?“
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