Zukunft von Seehofer : Konklave ohne weißen Rauch

Erst will die CSU ihre personelle Zukunft klären – und kommt dann zu keinem Ergebnis. Kann sich Seehofer am Ende doch noch retten?
In den Wirren der späten Ära Seehofer entdeckt die CSU ihre Wahlverwandtschaft zu einer anderen sehr beständigen Großorganisation – der katholischen Kirche. Am späten Donnerstagabend, als der Reigen aus Sondersitzungen zur personellen Zukunft der Partei endete – mit dem Ergebnis, dass es kein Ergebnis gab –, ließ Seehofer wissen, er habe einmal gedacht, dass es nach Johannes Paul II. keinen Papst mehr geben könne. Es war die Form der Ironie, die der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident in scheinbar ausweglosen Situationen schätzt. Auch sein Dauerrivale Markus Söder dachte laut in römischen Kategorien nach und zeigte sich zuversichtlich, dass bei der nächsten Sitzung des Parteivorstands, die für den 4. Dezember angesetzt ist, „weißer Rauch aufsteigen“ solle.


