Piratenpartei und Hierarchie : Dieses Kribbeln im Bauch

Die Piratenpartei hat sich einen Ekel vor Hierarchien angewöhnt. Aber jetzt, wo die Partei durch die Debatte über ihre Abgrenzung nach rechts verunsichert ist, braucht sie einen Chef. Auf dem Bundesparteitag an diesem Wochenende soll er gewählt werden - Kandidaten gibt es viele.
Noch vor ein paar Wochen wäre Sebastian Nerz der „Shitstorm“ sicher gewesen. Der Bundesvorsitzende der Piratenpartei verhielt sich in den vergangenen Tagen tatsächlich wie ein normaler Parteivorsitzender - nach innen wie nach außen. Er distanzierte sich von dem Berliner Abgeordneten Martin Delius, dessen Wachstumsvergleich der Piraten mit der NSDAP er „unsinnig“ nannte. Er rief die Partei zu besseren und höflichen Umgangsformen auf. Er riet ihren Mitgliedern zur Vorsicht im Umgang mit Journalisten. Er nannte die Kritik der anderen Parteien „billig und nicht angemessen“. Und um das Thema zu wechseln verkündete Nerz am Donnerstag, die Piratenpartei sei gegen das Betreuungsgeld, ohne dass es dazu jemals einen Parteitagsbeschluss gegeben hätte.





