Leserbriefe :
11. Februar 2026

Lesezeit:
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann und Bundeskanzler Friedrich Merz  2025 in Berlin.
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann und Bundeskanzler Friedrich Merz  2025 in Berlin.dpa

CDU +++ Oberbürgermeister Mike Josef +++ Sicherheit in Zügen +++ Abgelehnte Afghanen

Noch sehr konziliant

Zu dem Leitartikel „Die verzagte CDU“ (F.A.Z. vom 7. Februar): Wie oft haben wir es schon gehört: „wir haben verstanden, Herbst der Reformen, letzte Patrone“. Jasper von Altenbockum kann man nur zustimmen, wenn er, noch sehr konziliant in seiner Wortwahl, eine „verzagte CDU“ diagnostiziert. Konrad Adenauer und Helmut Schmidt, Gerhard Schröder und Angela Merkel waren erfolgreich, weil sie ihre Führungs- und Richtlinienkompetenz im Bundeskanzleramt nutzten. Kurt Biedenkopf und Heiner Geißler prägten die CDU als Generalsekretäre. Wie auch Franz Müntefering, der als erster Generalsekretär der SPD die Politik seiner Partei maßgeblich bestimmte. Carsten Linnemann traut man persönlich das „einfach mal machen“ zu.
Angesichts der jüngsten Vorschläge von Wirtschaftsrat und Mittelstandsunion steht seine Partei aber als „Hort von Schnapsideen da“, wie Jasper von Altenbockum zutreffend beschreibt. Mit der Konsequenz, dass auch das Vertrauen in die Demokratie bei uns dramatisch beschädigt ist. Sicherlich, in einer Koalition sind Kompromisse unausweichlich. Geht jedoch dabei das Profil der Partei verloren, verschwindet das Vertrauen der Menschen in die Reformfähigkeit der Regierung, tragen hierfür ausschließlich Generalsekretär und Bundeskanzler die Verantwortung. Wir erleben stürmische Zeiten, in denen professionelle Kampagnenfähigkeit und stringente Führungskompetenz gefordert sind.
Dr. Christian Neuling, Frankfurt am Main

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