Leere Wahllokale : Wieso in Tunesien kaum jemand wählen geht

Tunesiens Staatspräsident Kais Saïed verspricht mehr Basisdemokratie. In Wirklichkeit zementiert er jedoch seine Macht. Und sucht die Nähe zu Russland und China.
In Tunesien nehmen die Wahlen kein Ende. Vor der Präsidentenwahl im Herbst dieses Jahres findet Ende Januar die zweite Runde der Kommunalwahlen statt. Aber die meisten Tunesier interessiert das nicht. Im ersten Durchgang gaben nach offiziellen Angaben nur 11,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab; vor allem Frauen und junge Wähler blieben laut Presseberichten den Wahllokalen fern. Die Beteiligung war damit ähnlich niedrig wie bei der Parlamentswahl am Jahreswechsel 2022/2023. Sie markierte bereits einen historischen Tiefstand für das nordafrikanische Land, das lange Zeit als letzter demokratischer Leuchtturm in der Region gegolten hatte.
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