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Syrien : Amerikanische Bomben töteten offenbar auch russische Söldner

  • Aktualisiert am

Landetraining der amerikanischen Luftwaffe in der Türkei Bild: dpa

Bei einem amerikanischen Luftangriff auf Regierungskräfte in Syrien in der vergangenen Woche sind offenbar auch mehrere russische Söldner getötet worden. Russische Medien ermittelten die Namen von mindestens fünf Toten.

          Bei einem schweren amerikanischen Luftangriff auf Regierungskräfte in Syrien vergangene Woche sind auch mehrere russische Söldner getötet worden. Russische Medien ermittelten die Namen von mindestens fünf Toten, während die Führung in Moskau bei ihrer Linie blieb, in das Gefecht am Euphrat seien keine russischen Soldaten verwickelt gewesen. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte am Dienstag lediglich, die Berichte müssten überprüft werden.

          Russland setzt vielen Belegen zufolge in Syrien neben regulären Soldaten auch Söldner einer Privattruppe ein, die unter dem Namen Wagner firmiert. Die bezahlten Kämpfer gehören nicht zur Armee, weshalb das Dementi des russischen Verteidigungsministeriums zu dem Vorfall vom 7. Februar formal korrekt ist.

          Nach Darstellung der Vereinigten Staaten hatten damals Milizen der syrischen Regierung in der Provinz Dair as-Saur eine Stellung der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) attackiert. Diese forderten Hilfe an, und die amerikanischen Streitkräfte wehrten den Angriff mit Artillerie, Flugzeugen und Hubschraubern ab. Dabei sollen auf syrischer Regierungsseite Dutzende Kämpfer getötet worden sein.

          „Das ist ein großer Skandal“, kommentierte der Außenpolitikexperte Wladimir Frolow. Es sei seit dem Vietnamkrieg nicht mehr vorgekommen, dass amerikanische und russische Soldaten einander getötet hätten. Aber Moskau wolle den Fall vor der Präsidentenwahl am 18. März offenbar mit Schweigen übergehen, schrieb er für das Portal republic.ru. Der Militärexperte und Generaloberst Leonid Iwaschow warf den Vereinigten Staaten vor, der Angriff sei gezielt gewesen.

          Rex Tillerson warnt vor Rückkehr des IS

          Der amerikanische Außenminister Rex Tillerson hat unterdessen vor einer Rückkehr der IS-Terrormiliz gewarnt, sollte der Kampf gegen die Extremisten nicht entschlossen fortgesetzt werden. Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) stelle weiterhin eine „ernste Gefahr“ für den Nahen Osten und andere Länder dar, sagte Tillerson am Dienstag in Kuwait bei einem Außenministertreffen der internationalen Anti-IS-Koalition. „Das Ende der großen Kampfoperationen bedeutet nicht, dass wir die dauerhafte Niederlage des IS erreicht haben.“

          Der IS hat die größten Teile seines früheren Herrschaftsgebietes im Irak und in Syrien mittlerweile verloren. Trotzdem sind in beiden Ländern noch immer IS-Kämpfer aktiv. Auch in anderen Ländern wie etwa Afghanistan verüben die Dschihadisten immer wieder Attentate.

          Tillerson sagte, in Syrien und im Irak seien 98 Prozent des früheren IS-Herrschaftsgebiets befreit. Besonders wichtig sei es, zerstörte Gebiete in den beiden Ländern wiederaufzubauen. Andernfalls könnten erneut Bedingungen entstehen, die den Vormarsch des IS ermöglicht hätten. Die Mitglieder der Koalition bekräftigen in der Abschlusserklärung zugleich ihren Willen, die Finanzierung und die IS-Propaganda vor allem in den sozialen Medien zu bekämpfen.

          IS sucht nach neuen Entfaltungsmöglichkeiten

          In Ländern wie Afghanistan oder Libyen versuche der IS, sich in eine Aufstandsbewegung zu verwandeln, sagte Tillerson. „Der Geschichte darf nicht gestattet werden, dass sie sich woanders wiederholt.“ An dem eintägigen Treffen in Kuwait nahmen Vertreter des Bündnisses aus 74 Staaten und Organisationen teil. Deutschland war nicht mit Außenminister Sigmar Gabriel (SPD), sondern auf hoher Beamtenebene vertreten.

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