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Reaktionen auf Gipfel : „Begrüße den Erfolg mit glühendem Herzen“

  • Aktualisiert am

Um die Wette strahlen: Kim und Trump am Dienstag in Singapur Bild: Reuters

Nach dem Treffen von Trump und Kim sind die Reaktionen in den Nachbarländern Nordkoreas positiv. Auch die EU begrüßt die Annäherung. Iran warnt Pjöngjang hingegen vor einem Deal mit dem amerikanischen Präsidenten.

          Die Europäische Union hat die gemeinsame Erklärung von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un und dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump begrüßt. Das Treffen in Singapur sei ein „entscheidender und notwendiger Schritt“ für den Friedensprozess in der Region gewesen, erklärte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Dienstag in Brüssel. Die unterzeichnete Erklärung zeige, dass eine koreanische Halbinsel ohne Atomwaffen möglich sei.

          Kim hatte sich in der Erklärung zu einer „vollständigen Denuklearisierung“ seines Landes verpflichtet. Trump sagte im Gegenzug „Sicherheitsgarantien“ für Nordkorea zu.

          Lob auch für Moon Jae-in

          Mogherini lobte auch die Rolle des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in in dem Annäherungsprozess zwischen den Vereinigten Staaten und Nordkorea. Kim und Moon hatten sich im Mai zwei Mal getroffen und vereinbart, künftig regelmäßig direkte Gespräche zu führen.

          Südkoreas Präsident reagierte am Dienstag positiv auf das Treffen zwischen Trump und Kim und bezeichnete den Gipfel als historische Veranstaltung, die den letzten Konflikt des Kalten Kriegs beenden werde. „Ich begrüße den Erfolg des historischen Gipfels mit glühendem Herzen“, sagte Moon laut einem Sprecher des Präsidentenhauses. Er lobte zudem sowohl Trump als auch Kim „für ihre Courage und mutigen Entscheidungen“.

          Auch Japan sieht das Treffen zwischen Trump und Kim als einen Schritt zur Lösung des Konflikts mit dem Nachbarstaat. Man unterstütze dies als „einen Schritt hin zu einer umfassenden Lösung der verschiedenen Probleme mit Nordkorea“, sagte der japanische Regierungschef Shinzo Abe am Dienstag zu Reportern. Japan, das von Nordkorea bedroht wird, hofft auf eine Abrüstung der Atomwaffen sowie der Raketen, die das Land erreichen können.

          Entführungen belasten Beziehung zu Japan

          Zugleich drückte Abe seine hohe Wertschätzung dafür aus, dass Trump das für Japan äußerst wichtige Thema der Entführung von Japanern in den siebziger und achtziger Jahren nach Nordkorea angesprochen habe. Japans rechtskonservativer Regierungschef kündigte an, das Problem mit Nordkorea bilateral lösen zu wollen.

          Für Tokio ist die Entführtenfrage das größte Hindernis für eine Normalisierung der bilateralen Beziehungen. Die Verschleppten sollten Spionen Pjöngjangs beibringen, Japanisch zu sprechen, und ihnen helfen, sich wie Japaner zu verhalten. Erst 2002 gestand Nordkorea bei einem überraschenden Besuch des japanischen Regierungschefs Junichiro Koizumi, 13 Menschen verschleppt zu haben. Fünf der Japaner konnten bislang heimkehren.

          Nordkorea behauptete, die acht anderen Japaner seien gestorben und es habe keine weiteren Entführten gegeben. Damit war für Nordkorea die Sache beendet. Tokio geht jedoch von 17 entführten Landsleuten aus und fordert volle Aufklärung.

          Das russische Außenministerium sieht das Gipfeltreffen von Donald Trump und Kim Jong-un als Impuls für einen möglichen Frieden auf der koreanischen Halbinsel. „Es ist zu begrüßen, dass ein wichtiger Schritt voran gemacht wurde“, sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow am Dienstag in Moskau der Agentur Tass zufolge. Der Teufel stecke indes im Detail, fügte er hinzu. „Die konkreten Vereinbarungen müssen genau geprüft werden.“ Die Gespräche sollten nun im bewährten Sechser-Format fortgesetzt werden, forderte Rjabkow.

          Das Format mit Nord- und Südkorea, Japan, den Vereinigten Staaten, China und Russland sei wieder gefragt. Moskau will wie Washington Nordkorea nicht als Atommacht akzeptieren. Zugleich stärkt es dem kommunistischen Land aber den Rücken in seinem Widerstand gegen die Vereinigten Staaten. Durch die Annäherung zwischen Trump und Kim fürchtet Russland, an Bedeutung für den Gesprächsprozess zu verlieren.

          Iran warnt Nordkorea vor Abkommen mit Trump

          Ein iranischer Regierungssprecher warnte Kim unterdessen davor, ein Atomabkommen mit Trump einzugehen. Das berichtet der Sender ABC unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Fars. „Wir haben es mit einem Mann zu tun, der seine Unterschrift widerruft, sobald er im Ausland ist.“

          Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) unterstrich derweil ihre Bereitschaft, eine atomare Abrüstung Nordkoreas zu überwachen. IAEA-Chef Yukiya Amano sagte am Dienstag in Wien, dass die UN-Behörde bei entsprechenden Bitten der beteiligten Ländern einsatzbereit sei. „Die IAEA wird den nun folgenden Verhandlungen zur Umsetzung des Gipfels zwischen den Vereinigten Staaten und Nordkorea genau folgen.“

          Die IAEA ist weltweit im Einsatz, um die ausschließlich friedliche Nutzung von Atomenergie zu überwachen. Dies geschieht aktuell vor allem im Iran. Die IAEA-Inspekteure waren 2009 aus Nordkorea verwiesen worden, kurz vor dem zweiten Atombombentest des Landes.

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