Populismus in Skandinavien : Im Norden auf dem Rückzug

Stoßen die Rechtspopulisten in Nordeuropa an ihre Grenzen? In Skandinavien verschleißen sie sich in parteiinternen Kämpfen. Es dominieren dumme Jungen anstatt böse Buben.
Vor einem Jahr war Timo Soini so mächtig wie nie zuvor. Der Vorsitzende der europaskeptischen Partei der „Wahren Finnen“ hatte mit einfachen Argumenten einen fulminanten Wahlkampf geführt, indem er die Beteiligung Finnlands am Krisenpaket für Griechenland zur Kernfrage machte. Fast 20 Prozent der Wähler schlossen sich der vorher zumeist nur für ihr grobschlächtiges Auftreten belächelten Partei an, was einer Vervierfachung des Stimmenanteils entsprach und sie zur zweitstärksten Kraft im Parlament in Helsinki machte. Die Schockwellen des Erfolgs waren sogar noch in Brüssel zu spüren, obwohl eine Zweckgemeinschaft der Wahlverlierer eine Regierungsbeteiligung der „Wahren Finnen“ verhinderte. Im Wahlkampf waren aber auch die finnischen Sozialdemokraten auf Distanz zur Griechenlandhilfe gegangen. Wollten sie nicht ihr Gesicht verlieren, konnten sie diese Position in der Regierung nicht einfach beiseite schieben - und forderten deshalb jene Sicherheiten, die als „Finnenpfand“ vorübergehend auch in Deutschland schlagzeilentauglich waren.





