FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Nach dem Putsch :
Wer kommt, wenn Frankreich geht?

Claudia Bröll, Kapstadt
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Weiß-blau-rot statt Bleu-blanc-rouge: Farbenspiele am Unabhängigkeitstag am 3. August 2023 in der nigrischen Hauptstadt Niamey:
Weiß-blau-rot statt Bleu-blanc-rouge: Farbenspiele am Unabhängigkeitstag am 3. August 2023 in der nigrischen Hauptstadt Niamey:EPA

Die Tage des französischen Einflusses im subsaharischen Afrika scheinen gezählt. China und Russland stehen als Nachfolger des Westens schon bereit.

Der Anführer der Präsidentengarde inhaftiert den Präsidenten. Die Gründe sind vermutlich persönlicher Natur. Kein Schuss fällt, auf den Straßen keine Tumulte, viele im Land jubeln. Die Ereignisse in Niger bewegen die Welt wie selten zuvor ein Putsch in Afrika. Die Dominosteine in Frankreichs „Pré carré“, dem afrikanischen Hinterhof, fallen in schnellem Tempo: zwei Putsche in Mali, zwei in Burkina Faso, einer in Guinea und jetzt Niger. Die Kontrolle übernehmen Offiziere, die offenkundig nichts mehr mit Frankreich und – in Mali und Burkina Faso – auch nichts mehr mit dem Westen als solchem zu tun haben wollen. Das Gefährliche daran ist neben der Ansteckungsgefahr der Rückhalt der Putschisten in der Bevölkerung.

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