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Luxemburgs Außenminister : Asselborn fordert UN-Aufnahmelager in Libyen

  • Aktualisiert am

Ein Aufnahmelager für Migranten in Tripolis im Juli Bild: EPA

Die anerkannte Regierung in Libyen müsse gedrängt werden, Migranten nicht mehr in Militärlager zu bringen, fordert Luxemburgs Außenminister. Dort könnten sie Opfer „kriegerischer Angriffe“ werden.

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          Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn hat die EU aufgefordert, die Regierung in Libyen zu einem anderen Umgang mit auf dem Mittelmeer geretteten Migranten zu drängen. Die Europäische Union müsse dringend auf die international anerkannte Regierung in Libyen einwirken, damit die libysche Küstenwache die geretteten Migranten nicht mehr in Militärlager bringe. Diese könnten leicht Ziel von „kriegerischen Angriffen“ werden, sagte Asselborn der Zeitung „Die Welt“. Vielmehr müssten Migranten in Einrichtungen des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) untergebracht werden.

          Zugleich sollte die „libysche Regierung endlich erlauben, dass Lager unter dem Dach von UNHCR und IOM aufgebaut werden können, damit die Migranten human betreut werden und sicher sind“, betonte Asselborn. Er fügte hinzu: „In Libyen werden dringend etwa sechs Aufnahmelager für jeweils 1000 Migranten benötigt. Diese Lager sollten nur vom UNHCR und IOM verwaltet werden.“

          Flüchtlinge, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollen, sind in dem nordafrikanischen Krisenstaat großen Gefahren ausgesetzt. Anfang Juli wurden nahe der Hauptstadt Tripolis bei einem Luftangriff auf einen Hangar, in dem Flüchtlinge untergebracht waren, mehr als 50 Menschen getötet.

          Fachleute wie der Osnabrücker Migrationsforscher Jochen Oltmer haben sich jüngst dafür ausgesprochen, zu prüfen, ob das UNHCR einen Beitrag dazu leisten könne, die Situation der Schutzsuchenden in Libyen zu verbessern. Dafür müssten in dem Bürgerkriegsland Schutzzonen geschaffen werden.

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