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Westafrika : Mehr als 20 Menschen bei Anschlag auf Soldaten in Mali getötet

  • Aktualisiert am

Malische Soldaten werden Ende Juli von Zivilisten bei der Einfahrt in ein Camp bejubelt. Bild: AP/Moustapha Diallo

Ein IS-Ableger soll das Militär mit Drohnen und Artillerie angegriffen haben. In dem Land ist auch die Bundeswehr im Einsatz.

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          Bei einem Terroranschlag im westafrikanischen Mali sind nach Angaben der Armee 21 Menschen getötet worden. Davon waren 17 Soldaten der malischen Streitkräfte und vier Zivilisten, wie das Militär am Montagabend mitteilte. 22 weitere Menschen seien verletzt worden. Mali macht die Terrormiliz „Islamischer Staat in der Sahelzone“ (ISGS) für den Anschlag im Norden des Landes, bei der Stadt Tessit, verantwortlich.

          Die malische Armee gab an, bei dem Anschlag am Sonntagnachmittag mindestens sieben Terroristen getötet zu haben. Weitere getötete und verletzte Terroristen seien von den Angreifern weggebracht worden.

          Drohnen und Artillerie

          Die Angreifer seien koordiniert und massiv vorgegangen, hieß es weiter. Sie seien militärisch sehr gut ausgerüstet gewesen, mit Drohnen und Artillerie. Die malische Armee geht von einer gezielten Unterstützung und umfassenden Expertise aus, die dem Ableger des Islamischen Staates in Mali zugute kommt.

          Der ISGS ist ein bedeutender Ableger der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS). Er wird vor allem für Anschläge in den Sahel-Staaten Niger, Burkina Faso und Mali verantwortlich gemacht. In der Sahelzone sind auch weitere bewaffnete Gruppen aktiv.

          Mali mit seinen rund 20 Millionen Einwohnern hat seit 2012 drei Militärputsche erlebt und gilt als politisch äußerst instabil. Seit dem jüngsten Putsch im Mai 2021 wird das Land von einer militärischen Übergangsregierung geführt, die enge Beziehungen zu Russland pflegen soll.

          Seit 2013 sind in dem Land UN-Friedenstruppen stationiert, der UN-Sicherheitsrat verlängerte das Mandat Ende Juni um ein weiteres Jahr. Daran beteiligt ist auch die Bundeswehr. Der Einsatz in Mali ist der derzeit größte Auslandseinsatz der Bundeswehr – und gilt auch als ihr gefährlichster. Zuletzt gab es vermehrt Berichte über Schikanen gegen die Bundeswehr. Die malische Regierung teilte dem zivilen Flughafenbetreiber in Bamako mit, alle ausländischen Soldaten müssten das Gelände verlassen.

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