https://www.faz.net/-gpf-a9ytg

Nord Stream 2 : Auch Biden bleibt hart

Joe Biden am Dienstag in Washington Bild: Reuters

Die Regierung hat in Amerika gewechselt, der Ton ist versöhnlich, aber die Kritik ist dieselbe: Mit Nord Stream 2 spielt Deutschland Russland in die Hände.

          1 Min.

          Der neue Präsident Biden hat wiederholt bekräftigt, wie wertvoll und interessenpolitisch wichtig ihm Amerikas Allianzen sind. In dieser Wertschätzung unterscheidet er sich grundlegend von seinem Vorgänger, der auf die Verbündeten wie ein Geldeintreiber blickte. Einige strittige Themen haben den Regierungswechsel jedoch überdauert; die amerikanische Kritik an Nord Stream 2 gehört dazu.

          Außenminister Maas (SPD) hat sie nun auch persönlich zu hören bekommen. Ein Einwand lautet: Mit der Gasleitung spielt Deutschland Russland in die Hände bei dem Versuch, die kollektive Sicherheit der Nato zu untergraben. Das klingt nicht so drastisch wie bei Trump, kommt dem aber nahe.

          Bei aller Begeisterung für den neuen Geist in Washington: Die Bundesregierung sollte endlich zur Kenntnis nehmen, dass sie mit ihrem Kurs gegen die Wand fährt. Sie hält stur an einem Projekt fest, das in der EU und in der Nato seit Jahren umstritten ist – zu einer Zeit, in der sich der Machthaber im Kreml als „Spoiler“ gefällt.

          Wie sehr hat sich Berlin über Trumps „Amerika zuerst“ aufgeregt. Doch viele Partner bringen die deutsche Haltung zu Nord Stream oder in der China-Politik auf einen vergleichbaren Nenner. Noch ist Zeit, einen Weg aus der selbstverschuldeten Krise zu finden. Glaubt man wirklich, Biden wird deutsche Gasgeschäfte mit Putin so einfach hinnehmen, den er für einen „Mörder“ hält, und dann brav für Sicherheit vor diesem sorgen?

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

          Weitere Themen

          Das Ende einer Behörde

          Überführung der Stasi-Akten : Das Ende einer Behörde

          Das Datum ist nicht zufällig gewählt: An diesem Donnerstag werden in einem Festakt die Stasi-Unterlagen in das Bundesarchiv in Berlin überführt. Am 17. Juni vor 68 Jahren wagten die Arbeiter in der DDR den Aufstand.

          Ultrakonservativer auf dem Weg ins Präsidentenamt Video-Seite öffnen

          Iran : Ultrakonservativer auf dem Weg ins Präsidentenamt

          Mangels Alternativen wird der Ultrakonservative Ebrahim Raisi wahrscheinlich nächster iranischer Präsident. Moderate Bewerber wurden bereits im Vorfeld aussortiert. Die Opposition hat zum Boykott der Präsidentenwahl aufgerufen.

          Topmeldungen

          In einem mobilen Impfzentrum im sächsischen Markkleeberg lässt sich eine Bürgerin am 10. Mai 2021 gegen Covid-19 impfen.

          Repräsentative Studie : Was die Sachsen über Corona denken

          Ist Sachsen ein Land der „Querdenker“? Ja und nein, ergab eine repräsentative Studie. Besonders weit gehen die Meinungen bei Leuten auseinander, die selbst eine Corona-Erkrankung durchgemacht haben.
          Ein Containerschiff läuft aus dem Hafen von Yantian aus

          Hafen von Yantian : Mega-Stau lähmt den Welthandel

          Unternehmen warten jetzt schon wochenlang auf Waren. Nun droht ein noch größerer Engpass als nach dem Stillstand im Suezkanal: Der Verkehr im Containerhafen Yantian in Shenzhen ist zur Hälfte lahmgelegt.
          Der Kiessee: Göttingen ist laut der EU-Umweltagentur EEA die deutsche Stadt mit der besten Luftqualität.

          Rangliste : Wo die Luft am besten ist

          Wie steht es um die Luftqualität in Städten Europas? Diese Frage beantwortet die EU-Umweltagentur mit einer Liste von mehr als 320 Städten. Wo landen die deutschen Vertreter?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.