Corona in Frankreich : Hat Macron die Wette verloren?

Der französische Präsident beharrte darauf, nicht auf seinen Wissenschaftsrat zu hören und auf einen Lockdown zu verzichten. Doch die Corona-Lage hat sich dramatisch verschlimmert. Nun droht eine Ausgangssperre.
Die Nervosität der französischen Staatsspitze angesichts der steigenden Infektionszahlen ist spürbar. Premierminister Jean Castex hat am Donnerstag kurzfristig eine für 18 Uhr angekündigte Pressekonferenz auf 19 Uhr verlegt, als würde eine Stunde Zeitgewinn einen Unterschied machen. Bei einem neuen Höchststand von 38.500 Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden sieht sich die Regierung zum Handeln gezwungen. 71 Prozent der Neuinfektionen gehen auf die ansteckendere britische Virusmutante zurück. „Die Situation im Großraum Paris ist nicht unter Kontrolle“, warnte der Direktor des staatlichen Krankenhausverbandes in der Hauptstadt AP-HP, Martin Hirsch. Auf den Intensivstationen in der Ile-de-France werden mit 1161 Patienten so viele Kranke behandelt wie seit dem 8. Mai 2020 nicht mehr.





