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Luftangriffe in Mali : Früherer Palast Gaddafis zerstört

  • -Aktualisiert am

In Mali: Einsatzbesprechung zwischen französischen und malischen Truppen Bild: AFP

Die französische Luftwaffe hat einen früheren Palast des libyschen Machthabers Gaddafis in Mali zerstört. Islamisten hatten das Gelände in Timbuktu als Stützpunkt genutzt. In Bamako trafen weitere amerikanische Transportflugzeuge ein.

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          Die französische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben in der Nacht zum Mittwoch einen Stützpunkt von „Al Qaida im islamischen Maghreb“ (Aqim) in Timbuktu angegriffen und diesen weitgehend zerstört. Bei dem Gebäude soll es sich um den ehemaligen privaten Palast des libyschen Diktators Muammar al Gaddafi handeln. Die Luftangriffe wurde am Mittwoch von Bewohnern Timbuktus telefonisch bestätigt. Über eventuelle Opferzahlen lagen zunächst keine Angaben vor. Timbuktu gilt als das Hauptquartier von Aqim im Norden Malis.

          Amerikanische Unterstützung

          Am Mittwoch trafen in Bamako weitere amerikanische Transportflugzeuge mit zusätzlichen französischen Truppen und Material ein. Das amerikanische Verteidigungsministerium unterstützt die französische „Opération Serval“ in Mali mit mehreren Flugzeugen vom Typ C-17 Globemaster. Zurzeit befinden sich rund 2300 französische Soldaten in Mali. Die Zahl soll nach Angaben aus Paris in den kommenden Tagen aber deutlich steigen. Die Verstärkung wird von Bamako teilweise auf dem Landweg nach Sévaré bei Mopti verlegt. Die Landebahn des dortigen Flughafens ist zu kurz für die Globemaster, kann gleichwohl von Hercules- und Transall-Flugzeugen angeflogen werden.

          Offenbar konzentrieren sich die Angriffe der französischen und malischen Armee nunmehr auf die Achse Konna-Douentza, von wo aus Straßen sowohl nach Timbuktu als auch in die zweitgrößte Stadt der Region, Gao, führen. Ob Konna, wie seit Montag behauptet wird, tatsächlich befreit ist, ist nicht zu überprüfen. Nach wie vor wird ausländischen Journalisten der Zugang zu der Stadt verwehrt.

          Japan schließt Botschaft in Bamako

          Das japanische Außenministerium ordnete unter dem Eindruck der blutigen Geiselnahme auf einem algerischen Gasfeld in der vergangenen Woche, bei dem unter anderen mutmaßlich neun Japaner ums Leben kamen, aus Sicherheitsgründen die Schließung seiner Botschaft in Bamako an. Die Familien der Botschaftsangehörigen sollen unverzüglich ausgeflogen werden, eine Rumpfmannschaft soll von der französischen Botschaft aus weiterarbeiten.

          Der Hohe Rat der Muslime in Bamako, eine traditionell einflussreiche Organisation, hat dem militärischen Vorgehen gegen die radikalen Islamisten derweil seine volle Unterstützung zugesagt. „Wir stehen zu 100 Prozent hinter der Militäraktion“, sagte der Vorsitzende der Vereinigung, Mahmoud Dicko, am Mittwoch in Bamako. Das Eingreifen der Franzosen sei „kein Angriff auf den Islam“, sondern „Notwehr“.

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