http://www.faz.net/-gpf-8ee22
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 06.03.2016, 06:37 Uhr

Flüchtlingskrise Türkei zur Rücknahme von Flüchtlingen bereit

Wirtschaftsflüchtlinge in Griechenland können bald in die Türkei zurückgeführt werden, berichtet die F.A.S.. Derzeit dauern die Verfahren so lange, dass sich die Flüchtlinge längst nach Deutschland abgesetzt haben.

© dpa Flüchtlinge warten an der griechisch-mazedonischen Grenze.

Die Türkei zeigt sich bereit, Wirtschaftsflüchtlinge aus Griechenland im Schnellverfahren zurückzunehmen. Wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.) unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtet, finalisieren Vertreter beider Staaten derzeit die Details.

Sie sollen beim Treffen der Regierungschefs von Griechenland und der Türkei, Alexis Tsipras und Ahmet Davutoglu, am Dienstag in Izmir beschlossen werden. Vertreter der EU-Kommission wirken im Hintergrund an den Verhandlungen mit.

Verfahren dauert derzeit Monate

Nach EU-Vorstellungen soll Griechenland binnen 48 Stunden, nachdem ein Migrant aufgegriffen wurde, einen Rückführungsantrag stellen. Die Türkei soll sich wiederum verpflichten, in zwei weiteren Tagen darüber zu entscheiden. Positive Bescheide sollen dann innerhalb von einer Woche vollzogen werden.

Gegenwärtig dauert es mehrere Monate, bis Anträge gestellt und entschieden sind. In aller Regel haben sich Flüchtlinge dann längst Richtung Deutschland abgesetzt – jedenfalls, solange die mazedonische Grenze offen war.
Das Schnellverfahren soll direkt über die sogenannten Hotspots abgewickelt werden, Registrierungszentren auf fünf griechischen Inseln, wie die F.A.S.  weiter berichtet. Die Türkei soll dort - zuerst auf Lesbos - Verbindungsbeamte stationieren, um mögliche Hindernisse schnell aus dem Weg zu räumen.

Die Griechen werden ihr Personal sukzessive aufstocken; sie sollen in Kürze 100 bis 120 Asylanträge am Tag bearbeiten können.

Mehr zum Thema

Am Montag treffen die Staats- und Regierungschefs der EU mit dem türkischen Ministerpräsidenten Davutoglu in Brüssel zusammen. EU-Ratspräsident Donald Tusk schrieb in seiner Einladung zu dem Gipfel, er stimme mit Davutoglu darin überein, dass es "guten Fortschritte" im gemeinsam vereinbarten Aktionsplan gebe.  "Wir glauben beide, dass wir den Strom reduzieren können durch die großangelegte und schnelle Rückführung von Migranten aus Griechenland, die keines internationalen Schutzes bedürfen", sagte Tusk.

Quelle: spo.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Auf dem Weg nach Deutschland Schweiz wird zum heimlichen Transitland für Flüchtlinge

Die Zahl der Flüchtlinge steigt offenbar wieder: Zunehmend wählen sie den Weg durch die Schweiz. Auf deutscher Seite sollen die Kontrollen schon verstärkt worden sein. Mehr

21.08.2016, 16:53 Uhr | Politik
Türkei Erdogan kündigt Rücknahme von Beleidigungsklagen an

In einer Rede kündigte Erdogan am Freitag an, alle Beleidigungsklagen zurückzunehmen. Mehr

30.07.2016, 10:14 Uhr | Politik
Integration in Arbeitsmarkt SPD fordert von Großkonzernen mehr Jobs für Flüchtlinge

Die großen Unternehmen sollten sich an Handwerk und Mittelstand ein Vorbild nehmen, so SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann. In der Wirtschaft verweist man vor allem auf ein Kernproblem. Mehr

17.08.2016, 08:15 Uhr | Wirtschaft
Flüchtlinge Brot für die Welt kritisiert Abschottungspolitik der EU

Für die Abschottungspolitik der Europäischen Union in der Flüchtlingskrise fand die Präsidentin des evangelischen Hilfswerks Brot für die Welt, Cornelia Füllkrug-Weitzel, am Donnerstag deutliche Worte. Sie sagte: Die EU bemüht sich nach Kräften, nicht etwa den Flüchtlingen eine Perspektive zu bieten, sondern sich gegen sie abzuschotten und sie zurückzudrängen. Mehr

04.08.2016, 18:57 Uhr | Politik
Atatürk und die Flüchtlinge Der große Bevölkerungstausch

Nach dem griechisch-türkischen Krieg strömten im Jahr 1923 Muslime aus anderen Ländern in die Republik Atatürks. Wie löste die Türkei ihr damaliges Flüchtlingsproblem? Ein Gastbeitrag. Mehr Von Klaus Kreiser

18.08.2016, 22:19 Uhr | Feuilleton

Großzügige Angebote der SPD

Von Jasper von Altenbockum

Die SPD wäre nicht die SPD, wenn die von ihr angeregte Entlastung allen Bürgern gleichermaßen zugute kommen würde. Keine Steuersenkung ohne Steuererhöhung! Mehr 2 8

Abonnieren Sie den Newsletter „Politik-Analysen“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden