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Gaza-Konflikt Luft- und Raketenangriffe überschatten das Ringen um eine Waffenruhe

Trotz intensiver Bemühungen um eine Waffenruhe dauert die Gewalt im Gaza-Konflikt an. Israel bombardiert den Gazastreifen weiter. Tel Aviv war am Abend abermals Ziel palästinensischer Raketen. Außenminister Westerwelle erwägt eine Reise in den Nahen Osten.

© dapd Vergrößern Protest gegen die israelische Militärangriffe im Gazastreifen an diesem Sonntag nahe Ramallah (Westjordanland)

Trotz intensiver Bemühungen um eine Waffenruhe dauert die Gewalt im Nahen Osten an. Nach einer relativ ruhigen Nacht fing das israelische Raketenabwehrsystem „Iron Dome“ am Sonntagmorgen mehrere Raketen ab, die auf den Großraum Tel Aviv zuflogen. Am Abend wurde in der Stadt abermals Luftalarm ausgelöst und und eine Rakete in der Luft zerstört.. Am Samstag stürzte offenbar eine abgefangene Rakete aus Gaza ins Meer vor Tel Aviv. Die Städte Aschdod und Aschkelon wurden ebenso beschossen wie die Eschkol-Region. Insgesamt wurden am Sonntag gut hundert Raketen aus Gaza nach Israel abgefeuert. Die Hamas behauptete, sie habe dabei auch ein israelisches Schiff angegriffen.

Israel setzte seine Bombardements am Bombardements am Sonntag mit 50 Angriffen bis zum Abend fort. Dabei wurden der Amtssitz des Hamas-Ministerpräsidenten Ismail Hanija sowie mindestens ein Fernsehsender zerstört. Überdies wurden Trainingslager und eine Kommandozentrale der Hamas beschossen. Aus Gaza wurde zudem von weiteren gezielten Angriffen auf führende Mitglieder des bewaffneten Arms der Hamas berichtet.

Mehr als 900 Raketen nach Israel abgefeuert

Nach Angaben der israelischen Armee wurden seit Mittwoch voriger Woche mehr als tausend Ziele im Gazastreifen beschossen; nach Angaben der Hamas wurden seither mehr als 900 Raketen aus Gaza nach Israel abgefeuert. Am fünften Tag der israelischen Militäroperation stieg die Zahl der Toten auf mindestens 69 Palästinenser; drei Israelis waren am Donnerstag umgekommen.

Hunderte Menschen wurden bei Raketen- und Luftangriffen verletzt. Bei einem israelischen Luftangriff auf ein Haus in Gaza wurden am Sonntag laut palästinensischen Angaben elf Zivilisten getötet, unter ihnen fünf Kinder. Israel hat mittlerweile Tausende Reservisten für eine mögliche Bodenoffensive mobilisiert.

Auch aus dem von der Hamas regierten Küstenstreifen wurden wieder Raketen nach Israel abgefeuert. Artikel.Text Video starten $fazgets_pct
© reuters, Reuters Vergrößern Video: Keine Feuerpause im Gaza-Konflikt

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte nach einem Treffen mit dem französischen Außenminister Laurent Fabius, der sich in Jerusalem um eine Waffenruhe bemühte: „Erst müssen die Raketenangriffe (auf Israel) aufhören, dann können wir über den Rest reden.“

Fabius sagte: „Wir müssen die Bedingungen für eine Waffenruhe schaffen. Wir müssen einen Krieg in Gaza verhindern.“ Israels Verteidigungsminister Ehud Barak sagte jedoch, eine Fortsetzung der Militäroperation sei „selbstverständlich“.

Sollte es nicht bald zu einer Waffenruhe kommen, müsse die Regierung über einen Einmarsch entscheiden, hieß es in Militärkreisen. Eine Bodenoffensive gehöre weiter zu den Optionen, sagte der für den Süden zuständige israelische Kommandeur Tal Russo: „Wir haben die Operation noch nicht beendet. Wir werden weitermachen, bis wir unsere Ziele erreicht haben.

Netanjahu sagte am Sonntag während der Kabinettssitzung: „Die Operation im Gazastreifen geht weiter und wir sind dazu bereit, sie noch bedeutend auszuweiten.“ Der höchste Armeesprecher, Joav Mordechai, sagte am Sonntag: „Solange im Süden keine Ruhe herrscht, gibt es keine Änderung unserer Pläne.“

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