Wahlkampf in Berlin : Sie nennen es bürgerlich

Zehn Jahre hatten FDP und CDU in Berlin Zeit, auf den Oppositionsbänken die Zusammenarbeit zu erproben. Stattdessen haben sie sich zerstritten. Die FDP verharrt in den Umfragen weit unter fünf Prozent, die CDU klettert dagegen stetig nach oben.
In diesem Wahlkampf zerfällt das „bürgerliche Berlin“, das zu Beginn der Regierungszeit von Rot-Rot vor zehn Jahren in einer pathosreichen Rede von Christoph Stölzl (CDU) im Abgeordnetenhaus kurz am Horizont erschienen war. Die Koalition mit der PDS werde die SPD „ihre Seele kosten“, sagte der frühere Kultursenator Stölzl 2001 voraus und erinnerte an die Verbrechen der SED. Damals hatte die CDU 23,8 Prozent und die FDP 9,9 Prozent der Stimmen.





