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Medienschau : Zahlungsausfall bei Q-Cells droht

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Bild: FAZ Helfert

Solarworld verbucht einen Quartalsverlust, Hochtief und Nordex senken die Prognosen. Bauer und GfK geben sich optimistisch. Permira verkauft 4,5 Millionen Vorzugsaktien von Hugo Boss, die EMI wird zerschlagen. Japan ist zu weiterer Unterstützung Europas bereit, seine Wirtschaft erholt sich im dritten Quartal kräftig, der EFSF dementiert den Kauf eigener Anleihen.

          Unternehmensnachrichten

          Solarworld verbucht Quartalsverlust

          Das Photovoltaik-Unternehmen Solarworld ist unerwartet deutlich von der Krise in der Branche eingeholt worden. Das Bonner Unternehmen verzeichnete im dritten Quartal einen kräftigen Rückgang zum Vorjahreszeitraum und geht nun nicht mehr davon aus, dass Umsatzniveau des Vorjahres zu erreichen. So fiel der Umsatz von 342,1 Millionen auf 237,8 Millionen Euro, wie die Gesellschaft mitteilte. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) brauch um mehr als die Hälfte auf 20,6 Millionen Euro ein. Unter dem Strich rutschte das Unternehmen in die Verlustzone: Nach einem Plus von 19,9 Millionen Euro vor einem Jahr, war es nun ein Minus von 9 Millionen Euro.

          Im Gesamtjahr dürfte das Unternehmen die 1,3 Milliarden Umsatz aus dem Vorjahr nun voraussichtlich nicht erreichen. Zuvor hatte Solarworld unter der Voraussetzung eines stabilen politischen Rahmens und Preisentwicklung Umsatzsteigerungen in Aussicht gestellt. Zu Ergebniserwartungen hatte er sich vorsorglich nicht geäußert.

          Ein großes Überangebot auf dem Solarmarkt - getrieben durch eine Vielzahl günstiger Anbieter aus China - stößt derzeit auf eine unbefriedigende Nachfrage auf den europäischen Kernmärkten. Viele deutsche Hersteller haben ihre Prognose gekappt, einige schreiben Verluste und ringen ums Überleben. (dpa-AFX)

          Hochtief korrigiert Prognosen

          Der Essener Baukonzern Hochtief hat im dritten Quartal vor allem dank der australischen Tochter Leighton einen Gewinnsprung verzeichnet. Der Gewinn vor Steuern habe für den Zeitraum Juli bis September 333,0 Millionen Euro betragen. Analysten hatten im Schnitt mit einem Ergebnis vor Steuern in Höhe von 338 Millionen Euro gerechnet, nach 128,6 Millionen Euro im Vorjahr. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 98,7 Millionen Euro. Im dritten Quartal 2010 waren es 54,6 Millionen Euro gewesen.

          Der Umsatz kletterte von 4,68 Milliarden auf 5,38 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand betrug 44,519 Milliarden Euro, nach 41,21 Milliarden Euro. Der Auftragseingang halbierte sich auf 3,08 Milliarden Euro. Die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr korrigierte Hochtief, da sich der geplante Verkauf seiner Flughafensparte verzögert. Sollte der Verkauf nicht mehr in diesem Jahr erfolgen, dann rechnet die Gesellschaft mit einem Verlust vor Steuern im niedrigen zweistelligen Millionenbereich sowie einem Konzernverlust von etwa 100 Millionen Euro. (dpa-AFX)

          Nach tiefroten zahlen droht Zahlungsausfall bei Q-Cells

          Die Hängepartie beim angeschlagenen Solarunternehmen Q-Cells setzt sich fort. Die Krise in der Branche belastet das Unternehmen auch im dritten Quartal schwer. Wie die Gesellschaft mitteilte, fiel ein Betriebsverlust (Ebit) von 47,3 Millionen Euro an, nach einem Plus von 36,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz ging von 400 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 228,8 Millionen Euro zurück. Analysten hatten zwar einen deutlichen Rückgang erwartet, die Zahlen fielen aber noch schlechter aus. Zudem verlässt Finanzvorstand Marion Helmes das Unternehmen auf eigenen Wunsch.

          Das im Sommer nach der Ankündigung eines neuen Sparprogramms aufgestellte Ziel für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern. Danach wird weiterhin mit einem Umsatz von rund einer Milliarde Euro gerechnet. Beim Betriebsergebnis soll es weiter einen Verlust im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich geben. Jedoch reduziert das Unternehmen seine Liquiditätserwartungen. Nachdem der Konzern bisher davon ausging, bis zum Ende des Jahres über freie Mittel im Volumen von 300 bis 350 Millionen Euro zu verfügen, sieht Q-Cells jetzt nur noch 300 Millionen Euro als realistisch an. Eine im Februar 2012 fällige Wandelschuldverschreibung könne möglicherweise nicht vollständig zurückgezahlt werden. (dpa-AFX)

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