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Weitere Nachrichten : IWF hält Griechenlands Schulden für „in hohem Maße untragbar“

  • Aktualisiert am

Die griechische und die Europa-Fahne Bild: dpa

Thyssenkrupp und Tata Steel besprechen auf höchster Ebene eine mögliche Fusion. RWE kündigt weitere Einschnitte an und Chinas Exporte legen stärker als erwartet zu.

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          Der Internationale Währungsfonds (IWF) stuft die griechische Schuldenlast als "in hohem Maße untragbar" ein. Neben den Reformen müssten die europäischen Partner dem Land Verbindlichkeiten in wesentlichem Umfang erlassen, fordert der IWF in einem Entwurf, in den Reuters am Dienstag Einblick nehmen konnte. Dieser entstand im Rahmen der laufenden Überprüfung der griechischen Reformfortschritte durch IWF, Europäische Zentralbank und EU-Kommission, welche derzeit für die IWF-Frühjahrstagung in Washington unterbrochen sind. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat bereits erklärt, momentan keine Notwendigkeit für Schuldenerleichterungen zu sehen.

          Griechenland kämpft weiterhin mit einer hohen Arbeitslosigkeit, die zuletzt im Januar auf 24,4 Prozent anzog. Damit das Land wirtschaftlich wieder auf die Beine kommt, empfiehlt der IWF Veränderungen beim Steuersystem sowie die Umsetzung der Rentenreform. Demnach sollen unter anderem die Unterstützungen für arme Pensionäre auslaufen, Renten neu berechnet und staatliche Altersbezüge von 345 Euro monatlich nach 15 Beitragsjahren eingeführt werden.

          Die griechische Regierung will in der kommenden Woche ihre Gesetzesvorlagen für eine Renten- und Steuerreform dem Parlament vorlegen. Deren Bewertung gilt als entscheidend für eine positive Beurteilung durch IWF, EZB und EU-Kommission der Reformfortschritte. Davon wiederum hängt ab, ob dem Land weiteres Geld aus dem 86 Milliarden Euro umfassenden Hilfstopf ausgezahlt wird. Schäuble hält eine Einigung bis Ende April für machbar. Athen muss im Juli 3,5 Milliarden Euro an den IWF und die EU zurückzahlen und muss zudem bisher unbezahlte Rechnungen begleichen.

          Der IWF geht in dem Entwurf davon aus, dass die griechische Wirtschaft auf lange Sicht jährlich um 1,25 Prozent wachsen kann. Dies ist weniger als zuletzt angenommen und laut IWF "ambitioniert, jedoch realistisch". (Reuters)

          Thyssenkrupp und Tata Steel besprechen auf höchster Ebene Fusion

          Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss der europäischen Stahlgeschäfte von Thyssenkrupp und Tata Steel nehmen einem Bericht der "Rheinischen Post" zufolge konkretere Formen an. Die Konzerne spielten auf höchster Ebene verschiedene Szenarien für eine Kombination durch, meldete die vorab aus ihrer Mittwochausgabe. Eine Variante sehe vor, die europäischen Stahlgeschäfte jeweils ihrem Wert entsprechend an einem Gemeinschaftsunternehmen zu beteiligen und diese Gesellschaft an die Börse zu bringen. Sollte einer der beteiligten Konzerne dann weitere Anteile verkaufen wollen, könne dies über die Börse geschehen.

          Zudem habe Tata Steel auch großes Interesse an dem brasilianischen Werk von Thyssenkrupp, berichtete die Zeitung weiter ohne konkrete Nennung von Quellen. Eine Einigung stehe dem Vernehmen nach aber nicht unmittelbar bevor. Im Gespräch seien auch noch andere Optionen. Thyssenkrupp und Tata Steel Europe wollten sich dem Bericht nach nicht äußern. (Reuters)

          RWE kündigt weitere Einschnitte an

          Der Energiekonzern RWE stimmt seine Mitarbeiter auf weitere Einschnitte ein. "Wir werden noch mehr sparen müssen", sagte der stellvertretende Vorstandschef Rolf Martin Schmitz dem "Handelsblatt" (Mittwochausgabe). Details könne er zwar noch nicht nennen, RWE werde aber die Kosten noch mehr drücken müssen: "Bei der schwierigen Marktlage sehe ich nicht, dass wir um weitere Einschnitte herum kommen, speziell 2018 und 2019, wenn es richtig ernst wird." Dann wird RWE den Verfall der Strompreise im Großhandel voll zu spüren bekommen. Noch profitiert der Konzern davon, einen Großteil seiner Produktion langfristig zu höheren Preisen verkauft zu haben.

          RWE hatte erst zu Jahresbeginn das Sparziel, das bis 2018 verglichen mit 2012 erreicht werden soll, um 500 Millionen auf 2,5 Milliarden Euro angehoben. Bis Ende 2015 hatte RWE davon 1,6 Milliarden Euro realisiert. Der Konzern war im vergangenen Jahr in die Verlustzone gerutscht. Deutschlands größtem Stromproduzenten brechen die Gewinne weg, weil die großen Atom-, Kohle- und Gaskraftwerke durch die geförderten erneuerbaren Energien aus dem Markt gedrängt werden. (dpa-AFX)

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