Flüchtlingspolitik : Vom Provisorium zur Daueraufgabe

Der Weg zu einer internationalen Flüchtlingspolitik war lang und verschlungen. Der Historiker Jakob Schönhagen zeichnet ihn nach.
Magdalena Reiswich floh 1944. Als „Volksdeutsche“ hatte sie mit ihrer Familie in einem Dorf nahe Odessa gelebt. Doch allmählich zeichnete sich die Niederlage der Wehrmacht ab, die Gewalt gegen deutsche Minderheiten nahm zu. Also machte sich Reiswich auf Richtung Westen, über Ungarn ins deutsch besetzte Polen, später weiter nach Brandenburg – mehr als 1500 Kilometer von ihrer Heimat entfernt. Bis Ende des Jahrzehnts wurden allein aus Ostmitteleuropa mehr als zwölf Millionen Menschen vertrieben.
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