Chemiewaffen-Organisation : Nowitschok-Einsatz gegen Nawalnyj bestätigt

Der Befund der Bundesregierung ist nun durch die Organisation zum Verbot chemischer Waffen bestätigt worden: Der Kreml-Kritiker Alexej Nawalnyj wurde mit einem Nervengift der Nowitschok-Gruppe vergiftet.
Die Organisation zum Verbot chemischer Waffen (OPCW) hat gegenüber der Bundesregierung die Vergiftung des russischen Oppositionellen Alexej Nawalnyj mit einem Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe bestätigt. Die OPCW teilte am Dienstag mit, die Analyse der Proben hätten ergeben, dass die Merkmale des Cholinesterase-Hemmers, die in Nawalnyjs Blut und Urin gefunden worden seien, ähnliche strukturelle Charakteristika aufwiesen wie jene toxischen Chemikalien, die aus dem Anschlag auf den einstigen Agenten Sergej Skripal in Großbritannien stammten.
Die Bundesregierung äußerte zu den Ergebnissen, jeder Einsatz von Chemiewaffen sei „ein gravierender Vorgang und kann nicht ohne Konsequenzen bleiben“. Der Generaldirektor der OPCW, Fernando Arias, sprach von einem Ergebnis, das große Besorgnis hervorrufe. Alle Staaten, die die Chemiewaffenkonvention unterzeichnet hätten, Russland gehört dazu, hätten damit den Gebrauch chemischer Waffen in jedem Fall und unter allen Umständen als verurteilenswert und ungesetzlich erklärt. Es sei wichtig für alle Unterzeichnerstaaten, sich an diese von ihnen selbst geschaffene Norm zu halten; die OPCW wolle dabei gern Unterstützung leisten.
In Moskau bezeichnete Leonid Sluzkij vom Auswärtigen Ausschuss der Duma, des Unterhauses, die Schlüsse der OPCW als „politisch engagiert. Sie bestätigen nur, was die Organisatoren der stärksten russophoben Provokation namens Nawalnyj hören wollten.“





