Reformation und Halloween :
Tanz um den hohlen Kürbis

Reinhard Bingener
Ein Kommentar von
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Eine Installation des Künstlers Ottmar Hörl mit 500 Luther-Figuren aus Kunststoff auf dem Wittenberger Markt
Eine Installation des Künstlers Ottmar Hörl mit 500 Luther-Figuren aus Kunststoff auf dem Wittenberger MarktReuters

Auch wenn der Reformationstag gegenüber „Halloween“ ins Hintertreffen gerät: Martin Luthers Idee einer Religion ohne Ringelpiez ist eigentlich auch heute noch einen Feiertag wert. Ein Kommentar.

Über die Schwächen des Protestantismus wird gern gesprochen, besonders leidenschaftlich von den Protestanten selbst. Die chronische Kultschwäche der Protestanten zum Beispiel wird Jahr für Jahr am 31. Oktober offenbar. Nichts zu schenken, außer einem Paar Luthersocken - kein Wunder, dass der Reformationstag gegenüber dem Tanz um den hohlen Kürbis ins Hintertreffen gerät, da mag die „Luther-Botschafterin“ Käßmann noch so unverdrossen gegen die Süßwaren- und Plastikmaskenindustrie zu Felde ziehen.

Eine weitere Schwäche scheint der protestantische Selbsthass in den vergangenen Jahren in seiner Gründerfigur Martin Luther ausgemacht zu haben. Was wird dem Mann nicht alles angekreidet!

Man mag an dem Reformator ja mit Recht an der einen oder anderen Stelle herummäkeln. Nur sollten die Protestanten dabei ihre „unsichtbare Kirche“ (Luther) im Dorf lassen. Ein anregender Geist, der auch trübe Herbsttage allein mit seiner Sprachkraft zu bereichern vermag, war Luther allemal. Und seine Idee einer Religion ohne Ringelpiez ist eigentlich auch heute noch einen Feiertag wert.

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