Ralf Jäger : Der wichtigste Innenpolitiker der SPD

Ralf Jäger wurde in der Kneipe zum Politiker. Das merkt man ihm heute noch an. Eigentlich will er aber ein Staatsmann sein.
Neun Tage war Ralf Jäger im Amt, als er seinen ersten Auswärtsbesuch machte. Es versprach ein angenehmer, unkomplizierter Termin zu werden für den neuen nordrhein-westfälischen Innenminister. Und ein Heimspiel obendrein. Am 24. Juli 2010 fand die Love Parade in Jägers Heimatstadt Duisburg statt. Am Nachmittag informierte sich der Innenminister in den Einsatzzentralen der Polizei und des privaten Veranstalters: alles okay. Danach ging er für eine Weile in den VIP-Bereich auf dem Festivalgelände, gab ein paar Interviews. Schließlich brach er auf; eines seiner drei Kinder feierte Geburtstag. Kurz vor seiner Haustür erreichte Jäger die Nachricht, dass es bei der Love Parade zu einem Massengedränge gekommen war. „Dann stürzten alle Informationen kaskadenmäßig auf mich ein, und ich begriff nach und nach, welche Dimension das hat“, erinnert er sich. 21 junge Menschen starben, mehrere hundert wurden verletzt.





