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Nachfolger des G36 : Ein Sturmgewehr namens „Sultan“

Ein Gewehr des Waffenherstellers Haenel auf einer Fachmesse für Jagd, Schießsport, Outdoor und Sicherheit im Jahr 2019. Bild: dpa

Ein sehr kleiner Waffenfabrikant aus Thüringen soll die neue Standardwaffe der Bundeswehr bauen. Wie konnte ein Zwerg, der sich mit seiner frisierten NS-Vergangenheit brüstet, den Branchen-Goliath schlagen? Unser Autor hat sich in Suhl umgesehen.

          10 Min.

          Die Bundeswehr soll ein neues Sturmgewehr bekommen. Die meisten Soldaten sind zwar mit der aktuellen Waffe, dem G36 von Heckler&Koch noch zufrieden. Aber nachdem die frühere Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die bewährte Standardwaffe zur Ausmusterung verurteilt hat, gibt es kein Zurück. Nun hat die aktuelle Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer eine überraschende Entscheidung getroffen: Den G36-Nachfolger soll eine sehr kleine, nahezu unbekannte Firma produzieren. Sie hat der Bundeswehr bislang einige Repetiergewehre für die Scharfschützen geliefert. Ihr Name lautet „C.G. Haenel GmbH“ aus Suhl, 2017 hatte sie vier Mitarbeiter. Inzwischen sind es laut Wirtschaftsdatenbank neun.

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent in Berlin

          Ist es möglich, dass eine Thüringer Zwergmanufaktur das beste Sturmgewehr der Welt entwickelt? Denn ein schlechteres sollte man für unsere Soldatinnen und Soldaten nicht anschaffen. Und können aus dieser Manufaktur heraus in industrieller Serienfertigung 120.000 Sturmgewehre nebst Ersatzteilen produziert und Wartungsaufträge bearbeitet werden? Sehr interessant ist auch, wie es dem Zwerg gelingen konnte, den Branchen-Goliath Heckler&Koch zu schlagen. Oder ist Haenel etwa gar kein Zwerg?

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