Montagsdemos in Halle : Die Querdenker sind noch nicht fertig

In einer mitteldeutschen Studentenstadt ziehen noch immer jeden Montag Impfgegner, Friedensbewegte und Regierungskritiker durch die Straßen. Was treibt sie an?
Ausdauer hat einen Namen: Regina Müller. Seit vier Jahren kommt sie so gut wie jeden Montag auf den Hallmarkt, einen rechteckigen Platz unterhalb der Marktkirche in Halle an der Saale. Vor 35 Jahren trafen sich hier diejenigen, die mit der SED-Diktatur unzufrieden waren. Sie trugen Schärpen, auf die in blauer und roter Farbe „Keine Gewalt“ gemalt war, sie demonstrierten gegen das Unrecht in der DDR, gegen die Einschränkungen der Reisefreiheit, der Wahl der Arbeitsstelle, der persönlichen Lebensgestaltung. Die Polizei knüppelte sie nieder. Friedlich war die Revolution, die das Ende des real existierenden Sozialismus in Deutschland einläutete, in Halle nicht.
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