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Merkel wie Schröder : Entschuldigen? Lieber nicht

Altkanzler Gerhard Schröde steht wegen seiner ostentativen Nähe zu Wladimir Putin in der Kritik. Bild: Laif

Merkel hat es in Bezug auf ihre Russlandpolitik nicht getan und Schröder tut es ebenfalls nicht. Auch in der Politik gilt: Sorry seems to be the hardest word. Warum ist das so?

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          „Ich mache jetzt nicht einen auf mea culpa. Das ist nicht mein Ding.“ So erläuterte der einstige Basta-Kanzler Gerhard Schröder seine Haltung zu Putin und seiner Politik. Das tat er im weinseligen Gespräch mit einer Korrespondentin der „New York Times“, der er sich ausgerechnet deshalb zur Verfügung stellte, weil die Zeitung ihre Haltung zum Irak-Krieg öffentlich korrigiert hatte. Das schätzt Schröder offenbar bei anderen – er selbst hat entweder immer alles richtig gemacht oder sieht jedenfalls keinen Grund, später öffentlich irgendetwas zu bedauern.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

          Diese Haltung, die nun auch Angela Merkel an den Tag legte („Ich werde mich nicht entschuldigen“), entspricht durchaus einer gewissen Staatspraxis, womöglich auch einer Erwartung des Publikums, das eher ein Beharren als das Eingeständnis von Fehlern, gar von Schuld prämiert. Dass jemand, der zahlreiche Entscheidung trifft oder unterlässt, Fehler macht, versteht sich von selbst, aber darüber zu reden gilt nicht gerade als Stärke – es sei denn, man kultiviert es so wie etwa Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck von den Grünen.

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