Deutschland Liveblog : Merz hat zu Steinmeier-Nachfolge „nichts entschieden oder vorgeschlagen“
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Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kommt am Mittwoch auf dem Flughafen Haneda in Tokio an.dpa
Kanzler hält sich Optionen für Bundespräsidentschaftskandidaten offen +++ Fraktionschefs aus der Union drohen Berlin und Sachsen-Anhalt mit Verfassungsklagen +++ alle Entwicklungen im Liveblog
Kreise: Merz hat noch keine Entscheidung über Kandidaten für Bundespräsidentenamt getroffen
Der CDU-Vorsitzende und Bundeskanzler Friedrich Merz will sich noch nicht auf einen Kandidaten für die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier festlegen. „Die wichtigste Botschaft für heute ist, dass er weder eine Entscheidung getroffen noch einen Vorschlag unterbreitet hat“, hieß es am Mittwoch am Rande seiner Asienreise aus dem Umfeld des Kanzlers gegenüber der F.A.Z. „Insofern ist die Aufgeregtheit, die möglicherweise momentan herrscht, ein Teil des normalen Verfahrens.“
Eine erste Richtungsentscheidung seiner Partei strebt Merz demnach in der Präsidiumssitzung am 9. November an. Bis dahin würden Gespräche geführt mit den Landesvorsitzenden der CDU, den Ministerpräsidenten und auch der CSU. „Nach der Präsidiumssitzung werden die Gespräche erweitert um den Koalitionspartner, die SPD“, hieß es weiter. Im Umfeld des Kanzlers wurde betont, das Vorschlagsrecht liege bei der CDU. Es werde aber auch mit den Grünen gesprochen, „da die Bundespräsidentenwahl im Idealfall breit abgefedert sein sollte“. Der Kanzler habe bereits öffentlich festgestellt, dass es eine Reihe von geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten gebe.
Eine erste Richtungsentscheidung seiner Partei strebt Merz demnach in der Präsidiumssitzung am 9. November an. Bis dahin würden Gespräche geführt mit den Landesvorsitzenden der CDU, den Ministerpräsidenten und auch der CSU. „Nach der Präsidiumssitzung werden die Gespräche erweitert um den Koalitionspartner, die SPD“, hieß es weiter. Im Umfeld des Kanzlers wurde betont, das Vorschlagsrecht liege bei der CDU. Es werde aber auch mit den Grünen gesprochen, „da die Bundespräsidentenwahl im Idealfall breit abgefedert sein sollte“. Der Kanzler habe bereits öffentlich festgestellt, dass es eine Reihe von geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten gebe.
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FDP-Politiker in Hessen: „Gönne Ines Claus jedes Amt der Welt“
Die Spekulationen über Ines Claus als mögliche Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten haben in Wiesbaden positive Reaktionen ausgelöst. Die Opposition im hessischen Landtag lobte Claus, die seit sechs Jahren Vorsitzende der dortigen CDU-Fraktion ist. „Eine Hessin als Bundespräsidentin finde ich gut. Ich schätze Ines Claus aus der gemeinsamen Arbeit und gönne ihr jedes Amt der Welt“, sagte Stefan Naas, Fraktionsvorsitzender der FDP, der F.A.Z.
Auch Matthias Wagner, Vorsitzender der Grünen-Fraktion, sprach von einer guten und vertrauensvollen Arbeit mit Claus. „Gleichwohl kommt es überraschend, dass ihr Name jetzt für das Amt der Bundespräsidentin genannt wird – wahrscheinlich auch für sie selbst.“ Unabhängig von einzelnen Personen seien die Spekulationen der letzten Wochen um das Amt „unwürdig“. Auch in diesem Fall gelinge es CDU und CSU nicht, ein angemessenes Verfahren zu organisieren. „Ich frage mich langsam wirklich, wann und warum die Union das Regieren verlernt hat“, so Wagner.
Auch Matthias Wagner, Vorsitzender der Grünen-Fraktion, sprach von einer guten und vertrauensvollen Arbeit mit Claus. „Gleichwohl kommt es überraschend, dass ihr Name jetzt für das Amt der Bundespräsidentin genannt wird – wahrscheinlich auch für sie selbst.“ Unabhängig von einzelnen Personen seien die Spekulationen der letzten Wochen um das Amt „unwürdig“. Auch in diesem Fall gelinge es CDU und CSU nicht, ein angemessenes Verfahren zu organisieren. „Ich frage mich langsam wirklich, wann und warum die Union das Regieren verlernt hat“, so Wagner.
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Unionsfraktionschefs drohen Berlin und Sachsen-Anhalt mit Verfassungsklagen
Die Unionsfraktionsvorsitzenden aus Thüringen, Niedersachsen und Bayern haben gedroht, gegen Gesetze aus Berlin und Sachsen-Anhalt künftig vor dem Bundesverfassungsgericht zu klagen. In einer gemeinsamen Erklärung für die Fraktionsvorsitzendenkonferenz der CDU/CSU schreiben sie: „Die Länder haben die Möglichkeit, Gesetze anderer Länder durch das Bundesverfassungsgericht überprüfen zu lassen. Wir werden darauf hinwirken, dass die antragsberechtigten Landesregierungen diese Möglichkeit konsequent nutzen, wenn Landesgesetze nach rechtlicher Prüfung offenkundig gegen das Grundgesetz verstoßen.“ Wo die Union Regierungsverantwortung trage, werde man dafür die Initiative ergreifen. Die Erklärung liegt der F.A.Z. vor.
Hintergrund ihres Vorstoßes sind die potentiellen neuen Landesregierungen, welche unter Führung der Linkspartei in Berlin und unter Führung der AfD in Sachsen-Anhalt möglich wären. „Unsere Botschaft ist klar: Kein Bundesland steht außerhalb der Verfassung“, schreiben die drei Fraktionsvorsitzenden weiter. „Wenn radikale oder extremistische Regierungen verfassungswidrige Gesetze beschließen, werden wir alle rechtsstaatlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um das zu verhindern.“ Föderale Verantwortung bedeute auch, das Grundgesetz „vor seinen Feinden“ zu verteidigen.
Explizit gehen sie auch auf politische Forderungen der Linken und der AfD ein. Am Beispiel des Berliner Sondierungsergebnisses lasse sich ablesen, „welche Verfassungsverstöße unter der Führung radikaler Parteien drohen“. Als Beispiel führen sie unter anderem die geplanten Vergesellschaftungspläne der Linken in Berlin an. Mit Blick auf Sachsen-Anhalt heben sie die Abschaffung der Schulpflicht hervor, die von der AfD gefordert wird. „Egal in welchem Bundesland: Politische Mehrheiten und Wahlerfolge von Radikalen und Extremisten rechtfertigen keinen Verfassungsbruch“, so die drei Fraktionsvorsitzenden.
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Merz will Bau eines gemeinsamen Kampfflugzeugs mit Japan prüfen
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat eine Zusammenarbeit mit Japan beim Bau eines gemeinsamen Kampfflugzeugs ins Gespräch gebracht. Man wolle die industrielle Zusammenarbeit mit dem asiatischen Land vertiefen, sagte Merz am Mittwoch nach einem Treffen mit der japanischen Ministerpräsidentin Sanae Takaichi in Tokio. „In diesem Zusammenhang wollen wir auch ausloten, ob eine Zusammenarbeit im Kampfflugzeugbau möglich ist. Ein entsprechender Prüfauftrag ist bereit“, fügte der Kanzler hinzu. Auch Takaichi befürwortete eine Zusammenarbeit beider Länder im Rüstungsbereich.
Anfang Oktober hatte der britische Premierminister Andy Burnham Deutschland angeboten, an der Entwicklung eines Kampfflugzeugs im Rahmen des sogenannten GCAP-Programms teilzunehmen. Hintergrund ist das Scheitern des deutsch-französisch-spanischen FCAS-Projekts. Das von Großbritannien, Japan und Italien entwickelte Kampfflugzeug der sechsten Generation soll 2035 einsatzbereit sein.
Bei einem gemeinsamen Auftritt vor der Presse sagte Takaichi, angesichts internationaler Spannungen sei die Zusammenarbeit Japans und Deutschlands als „Premiumpartner“ wichtiger denn je. Ziel sei es, „gemeinsam zum Frieden und zur Stabilität in der internationalen Gemeinschaft beizutragen“.
Merz würdigte Japan als einen der engsten Partner, der von besonderer Bedeutung für Deutschland sei. Trotz der großen Entfernung könne man sagen: „Japan und Deutschland sind Nachbarn.“
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Wadephul zur Bundespräsidentenfrage: Gibt keinen Anlass zur Hektik
Außenminister Johann Wadephul hat dazu aufgerufen, sich mit Äußerungen über die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zurückzuhalten. „Es gibt keinen Anlass zu Hektik, und es nutzt weder dem Amt noch den potentiellen Kandidaten, wenn es dazu jetzt öffentliche Wortmeldungen gibt“, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin nach einer Konferenz der Kreisvorsitzenden aus seinem CDU-Heimatverband Schleswig-Holstein, die er geleitet hatte.
Die dringende und verständliche Bitte seiner Kollegen sei es, „dass wir in Berlin mit Ruhe und Zuverlässigkeit Regierungsarbeit zeigen und organisieren“. Das bedeute in der Bundespräsidentendebatte, „dass die Entscheidungsprozesse jetzt im Hintergrund professionell ablaufen können und müssen und dass unnötige Wortmeldungen unterbleiben“. Es sei im politischen Prozess eine der schwierigsten Aufgaben, Konsens für das Amt der Bundespräsidentin oder des Bundespräsidenten herzustellen. „Aber es ist möglich, und wir sollten uns jetzt dafür die notwendige Zeit nehmen.“
Wadephul äußerte sich irritiert über Wortmeldungen auch aus dem Ausland. „Bisher war es gute Sitte, dass derartige Prozesse nicht aus dem Ausland kommentiert werden, sondern dass wir hier eine innenpolitische Debatte im Inland miteinander führen.“ Wen er meinte, sagte Wadephul nicht ausdrücklich.
Die dringende und verständliche Bitte seiner Kollegen sei es, „dass wir in Berlin mit Ruhe und Zuverlässigkeit Regierungsarbeit zeigen und organisieren“. Das bedeute in der Bundespräsidentendebatte, „dass die Entscheidungsprozesse jetzt im Hintergrund professionell ablaufen können und müssen und dass unnötige Wortmeldungen unterbleiben“. Es sei im politischen Prozess eine der schwierigsten Aufgaben, Konsens für das Amt der Bundespräsidentin oder des Bundespräsidenten herzustellen. „Aber es ist möglich, und wir sollten uns jetzt dafür die notwendige Zeit nehmen.“
Wadephul äußerte sich irritiert über Wortmeldungen auch aus dem Ausland. „Bisher war es gute Sitte, dass derartige Prozesse nicht aus dem Ausland kommentiert werden, sondern dass wir hier eine innenpolitische Debatte im Inland miteinander führen.“ Wen er meinte, sagte Wadephul nicht ausdrücklich.
Für die Union sei von entscheidender Bedeutung, dass das höchste Staatsamt nicht beschädigt, sondern mit einer Persönlichkeit besetzt werde, die die notwendige Integrationskraft entfalten könne, sagte Wadephul. „Wir erleben in vielen europäischen Gesellschaften, dass sie auseinanderfallen. Und wir wissen auch, dass es Kräfte in Deutschland gibt, die auf Spaltung setzen“, warnte er. „Deswegen wird es jetzt wichtig sein, eine Person zu finden, die zusammenführen kann.“
Dies könnten die Parteichefs von CDU und CSU, Kanzler Friedrich Merz und Markus Söder, „nur dann leisten, wenn alle ihnen dazu den notwendigen Raum geben“. Er sei sicher, dass Merz einen Vorschlag machen werde, der eine sehr breite Unterstützung in der Bundesversammlung finden könne.
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Der Name Claus irritiert in Steinmeier-Debatte
Über die Personalie Ines Claus, deren Name seit gestern in der Diskussion über die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kursiert, gibt es außerhalb der CDU Verwunderung. So zeigte sich der Grünen-Spitzenpolitiker Omid Nouripour „sehr irritiert“ darüber, dass die hessische CDU-Fraktionschefin für die Steinmeier-Nachfolge gehandelt wird. „Wir brauchen in diesen Zeiten eine Person, die das Land zusammenhält, die auch von allen getragen wird“, sagte Nouripour dem ARD-Hauptstadtstudio und der Deutschen Presse-Agentur am Rande von Steinmeiers Staatsbesuch in China.
„Deshalb erwarte ich auch, dass eine Kandidatin präsentiert wird, die wir alle in der demokratischen Mitte auch wählen können“, sagte der aus Hessen kommende Nouripour. „Ilse Aigner könnte eine solche Kandidatin sein.“ Im Hessischen Landtag herrsche nur noch Stillstand. „Als Fraktionsvorsitzende verwaltet sie das“, sagte Nouripour mit Blick auf Claus. „Das ist aber nicht das, was das Land braucht. Wir müssen jetzt vorangehen und das Land zusammenhalten. Dafür braucht es Wärmeströme, dafür braucht es Seniorität und eine Autorität. Ilse Aigner hätte das alles.“
Der frühere Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte dem ARD-Hauptstadtstudio in China: „Ich kenne Frau Claus nicht. Ich kenne aber Ilse Aigner.“ Heil bezeichnete die CSU-Politikerin als engagierte Demokratin und eine Frau „mit Herz und Verstand“. „Ilse Aigner wäre eine sehr gute Wahl“, sagte Heil. Er fügte hinzu: „Es gibt nichts, was gegen sie spricht.“
Wer Ines Claus ist, erklärt mein Kollege Timo Steppat in diesem Text:
„Deshalb erwarte ich auch, dass eine Kandidatin präsentiert wird, die wir alle in der demokratischen Mitte auch wählen können“, sagte der aus Hessen kommende Nouripour. „Ilse Aigner könnte eine solche Kandidatin sein.“ Im Hessischen Landtag herrsche nur noch Stillstand. „Als Fraktionsvorsitzende verwaltet sie das“, sagte Nouripour mit Blick auf Claus. „Das ist aber nicht das, was das Land braucht. Wir müssen jetzt vorangehen und das Land zusammenhalten. Dafür braucht es Wärmeströme, dafür braucht es Seniorität und eine Autorität. Ilse Aigner hätte das alles.“
Der frühere Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte dem ARD-Hauptstadtstudio in China: „Ich kenne Frau Claus nicht. Ich kenne aber Ilse Aigner.“ Heil bezeichnete die CSU-Politikerin als engagierte Demokratin und eine Frau „mit Herz und Verstand“. „Ilse Aigner wäre eine sehr gute Wahl“, sagte Heil. Er fügte hinzu: „Es gibt nichts, was gegen sie spricht.“
Wer Ines Claus ist, erklärt mein Kollege Timo Steppat in diesem Text:
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Sitzblockaden und Demozug gegen Auftritt von Höcke in Jena
Tausende Menschen haben am Dienstagabend in Jena gegen einen Auftritt des Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke demonstriert. Zum Protest im Stadtteil Lobeda-West hatten unter anderem die beiden Bündnisse „Rechtsruck stoppen“ und „Jena solidarisch“ aufgerufen. Die Polizei ging nach ersten Schätzungen von 3000 Teilnehmern aus, wie eine Sprecherin sagte. Das Bündnis „Rechtsruck stoppen“ sprach von 4000 Teilnehmern.
Mehrere Straßensitzblockaden seien mit Gewalt aufgelöst worden, hieß es in einer Mitteilung der Polizei nach der Veranstaltung. Vereinzelt wurde demnach auch Pfefferspray eingesetzt. Der Einsatz sollte nach Angaben der Polizei „die Sicherheit aller Teilnehmer des Bürgerdialogs“ und „der Schutzperson“ gewährleisten. Es sei auch darum gegangen, die Versammlungs- und Meinungsfreiheit zu ermöglichen.
Das Bündnis „Rechtsruck stoppen“ hingegen sprach von „massiver Gewalt gegen Protestierende“, mit der die Polizei Höcke den Zugang zum Stadtteilzentrum verschafft habe. Teilnehmer berichteten demnach von einem „unverhältnismäßigen Einsatz von Pfefferspray, Schlagstöcken und Tritten“.
Das Bündnis „Rechtsruck stoppen“ hingegen sprach von „massiver Gewalt gegen Protestierende“, mit der die Polizei Höcke den Zugang zum Stadtteilzentrum verschafft habe. Teilnehmer berichteten demnach von einem „unverhältnismäßigen Einsatz von Pfefferspray, Schlagstöcken und Tritten“.
Bei der Protestaktion seien vier Beamte verletzt worden, hieß es weiter von der Polizei. Sieben Straftaten wurden demnach aufgenommen, unter anderem wegen Sabotage der Stromverteilung am Veranstaltungsort.

Proteste am Dienstag gegen den Auftritt des Thüringer AfD-Vorsitzenden in einem Stadtteilzentrum in Jena. dpa
Höcke trat am Abend bei einem Bürgerdialog der AfD mit den beiden Landtagsabgeordneten Elisabeth Mengel-Stähle und Denny Jankowski im Stadtteilzentrum von Lobeda-West auf. Die Veranstaltung begann mit Verzögerung. Höcke hielt seine Rede ohne Mikrofon im Halbdunkel. Vor Beginn war der Strom in der Veranstaltungshalle ausgefallen. Am Mittwoch teilte die Polizei mit, die Ursache des Stromausfalls sei Gegenstand von Ermittlungen. Insgesamt sei in dem Gebäude für dreieinhalb Stunden der Strom ausgefallen.
Zu den Rednern beim Protest zählten die Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss (Linke) und der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora, Jens-Christian Wagner. Die Teilnehmer sangen und riefen antifaschistische Parolen wie „Wehrt euch, leistet Widerstand gegen den Faschismus hier im Land“.
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Philipp von Reinersdorff
Berliner SPD lässt Mitglieder über Koalition abstimmen
Die Berliner SPD-Spitze hat ein Mitgliedervotum über einen möglichen rot-grün-roten Koalitionsvertrag auf den Weg gebracht. Nach Angaben eines Sprechers beschloss der geschäftsführende Landesvorstand am Abend einstimmig, eine solche Befragung der Basis durchzuführen. Endgültig darüber befinden muss demnach der gesamte Landesvorstand als erweitertes Führungsgremium der Partei – seine Zustimmung gilt als sehr wahrscheinlich. Der gesamte Landesvorstand soll noch in dieser Woche zu einer Sondersitzung zusammenkommen.
Auch Linke und Grüne wollen ihre Mitglieder über den rot-grün-roten Koalitionsvertrag abstimmen lassen, sollte er zustande kommen. Die Linke plant dazu eine Mitgliederbefragung, deren Ergebnis bindend ist. Die Grünen wollen bei ihrer Basis ein sogenanntes digitales Meinungsbild über die Koalitionsvereinbarung und ihr Personal im neuen Senat einholen. Anschließend soll eine Landesdelegiertenversammlung endgültig darüber entscheiden.
Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September war die Linke mit 25,7 Prozent stärkste Kraft geworden. Dahinter folgten CDU (18,8 Prozent), AfD (16,3 Prozent), Grüne (14,3 Prozent) und – mit ihrem historisch schlechtesten Ergebnis – die SPD (12,1 Prozent).
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Berliner Linksfraktion vertagt Entscheidung über Emde
Die Berliner Linke-Abgeordnete Vanessa Emde bleibt trotz ihrer israelfeindlichen Positionen vorerst Mitglied der Linke-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Nach stundenlanger Diskussion zunächst zwischen ihr und dem Fraktionsvorstand, dann ohne sie und später in der Fraktion teilte ein Sprecher am Abend mit, man sehe „weiterhin keine gemeinsame Arbeitsgrundlage“. Die Entscheidung über ein Ausschlussverfahren gegen sie fiel jedoch nicht.
Damit bleibt die Politikerin, die für Israel kein Existenzrecht anerkennt, vorerst Mitglied der Fraktion. Die direkt gewählte Abgeordnete aus Neukölln hatte sich von der Erklärung ihrer Fraktion zu Israel und jüdischem Leben nach ihrer Unterschrift distanziert und mitgeteilt, sie bleibe bei ihren Äußerungen. Für einen Ausschluss Emdes müssten zwei Drittel der Linke-Fraktion stimmen.
Ende der Woche will die Linkspartei darüber beraten, ob mit Grünen und SPD Koalitionsgespräche aufgenommen werden sollen.
Damit bleibt die Politikerin, die für Israel kein Existenzrecht anerkennt, vorerst Mitglied der Fraktion. Die direkt gewählte Abgeordnete aus Neukölln hatte sich von der Erklärung ihrer Fraktion zu Israel und jüdischem Leben nach ihrer Unterschrift distanziert und mitgeteilt, sie bleibe bei ihren Äußerungen. Für einen Ausschluss Emdes müssten zwei Drittel der Linke-Fraktion stimmen.
Ende der Woche will die Linkspartei darüber beraten, ob mit Grünen und SPD Koalitionsgespräche aufgenommen werden sollen.
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Ines Claus gilt in der CDU als Favoritin für Steinmeier-Nachfolge
In die Debatte um die Nachfolge von Frank-Walter Steinmeier als Bundespräsident kommt Bewegung. Ines Claus, die Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag und stellvertretende Bundesvorsitzende ihrer Partei, sei die „Favoritin der Stunde“, so hört es die F.A.Z. aus CDU-Parteikreisen. Der CDU-Vorsitzende und Bundeskanzler Friedrich Merz, der zurzeit in Asien unterwegs ist, werde schon Anfang November die Entscheidung herbeiführen. Immer wieder ist von der Sitzung des CDU-Präsidiums am 9. November die Rede.
Aus Regierungskreisen heißt es gegenüber der F.A.Z., der Name Ines Claus sei schon vielfach genannt worden. Insofern solle man die jetzige Nennung „ernst nehmen“. Allerdings habe Kanzler Merz sich bisher noch zu „zu keiner Spekulation“ verhalten. Von jemandem, der nicht im Merz-Lager steht, heißt es wiederum auf Nachfrage, der Name Claus falle zwar immer wieder, doch am Ende werde es nicht dazu kommen, dass sie es wird. Überhaupt werde der Entscheidungsprozess noch eine Weile dauern.
Claus selbst sagte am Dienstag der F.A.Z., für sie es „eine große Ehre, in diesem Zusammenhang genannt zu werden“. „Wir führen gerade eine Profildebatte und haben viele wichtige Aspekte identifiziert. Jetzt gilt es, ein geordnetes Verfahren einzuhalten. Innerhalb der Partei, also mit den Ministerpräsidenten, den Führungsgremien der CDU und der CSU und natürlich mit unserem Koalitionspartner.“
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Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde gegen Emde-Rauswurf
Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Gideon Joffe, hat sich gegen einen möglichen Rauswurf der Berliner Linken-Politikerin Vanessa Emde aus der Fraktion ausgesprochen. „Wir sind absolut dagegen, denn das, was Vanessa Emde von sich gegeben hat im Sinne der Anklage, dass Staaten kein Existenzrecht hätten, ist absolut korrekt“, sagte Joffe im RBB-Inforadio.
„Denn die Existenz von Staaten ist, wenn man so möchte, ein absoluter Glücksfall.“ Wenn Emde sage, sie sei generell dagegen, dass Staaten existierten, weil alle Menschen leben sollten, wo sie wollten, sei das „eine absolut legitime Meinung“, betonte Joffe. Dennoch habe sich Emde antisemitisch geäußert. „Denn sie konfrontiert Israel schon seit geraumer Zeit mit Völkermordvorwürfen und das ist das Antisemitische.“
„Denn die Existenz von Staaten ist, wenn man so möchte, ein absoluter Glücksfall.“ Wenn Emde sage, sie sei generell dagegen, dass Staaten existierten, weil alle Menschen leben sollten, wo sie wollten, sei das „eine absolut legitime Meinung“, betonte Joffe. Dennoch habe sich Emde antisemitisch geäußert. „Denn sie konfrontiert Israel schon seit geraumer Zeit mit Völkermordvorwürfen und das ist das Antisemitische.“
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Berliner Linke berät über Umgang mit Vanessa Emde
Der Fraktionsvorstand der Berliner Linken berät heute abermals über den weiteren Umgang mit der Abgeordneten Vanessa Emde. Die Linken-Politikerin hat mit israelkritischen Äußerungen die Sondierungen ihrer Partei mit Grünen und SPD belastet. Ihr könnte der Rauswurf aus der Linken-Fraktion im Abgeordnetenhaus drohen – allerdings nicht heute. Aufgrund der Satzung könnte die Fraktion, die heute Nachmittag turnusmäßig tagt, frühestens in einer Woche darüber befinden. Der Fraktionsvorstand ist am frühen Vormittag im Abgeordnetenhaus zusammengekommen, Emde erschien ebenfalls zu dem Treffen.
Bereits vergangene Woche hatte die Spitze der Fraktion in einer digitalen Sitzung über die Neuköllner Abgeordnete beraten. Emde war eingeladen, hatte sich jedoch krankgemeldet und nicht an der Sitzung teilgenommen. Nun wird das Treffen nachgeholt. Emde vertritt propalästinensische Positionen, die auch innerhalb der Linken umstritten sind. Die Politikerin gilt als Trotzkistin und hatte in der Vergangenheit das Existenzrecht von Staaten infrage gestellt. Mit „Staatsräsonpolitik“ verbindet sie „rassistisches“ und „autoritäres“ Handeln von Polizei und Verfassungsschutz.
Grüne und SPD hatten gefordert, dass Emde nicht Teil der Linken-Fraktion wird. Dennoch wurde sie Mitte Oktober in die Fraktion aufgenommen, was Emde als „kleinen Geländegewinn gegen die Staatsräson“ bezeichnete. In einem Instagram-Video sagte sie: „Ich stehe zu meinen Aussagen, und ich nehme keine einzige dieser Aussagen zurück.“ Emde kritisierte auch eine Erklärung zum Antisemitismus, die sie wie alle Linke-Fraktionsmitglieder noch zwei Tage zuvor unterschrieben hatte. Darin bekennen sich die Unterzeichner unter anderem zum Existenzrecht Israels.
Nach Emdes Kritik distanzierte die Fraktionsspitze sich von ihr: „Wir müssen feststellen, dass wir uns mit einer Abgeordneten konstituiert haben, die nicht mit der Partei kooperiert – weder mit der Bezirks- noch mit der Landes- oder Bundesebene“, erklärte Fraktionschef Tobias Schulze. Man sehe keine Grundlage für eine Zusammenarbeit mit ihr. Für den Ausschluss aus der Berliner Fraktion ist laut Satzung eine Zweidrittelmehrheit der Mitglieder notwendig.
Bereits vergangene Woche hatte die Spitze der Fraktion in einer digitalen Sitzung über die Neuköllner Abgeordnete beraten. Emde war eingeladen, hatte sich jedoch krankgemeldet und nicht an der Sitzung teilgenommen. Nun wird das Treffen nachgeholt. Emde vertritt propalästinensische Positionen, die auch innerhalb der Linken umstritten sind. Die Politikerin gilt als Trotzkistin und hatte in der Vergangenheit das Existenzrecht von Staaten infrage gestellt. Mit „Staatsräsonpolitik“ verbindet sie „rassistisches“ und „autoritäres“ Handeln von Polizei und Verfassungsschutz.
Grüne und SPD hatten gefordert, dass Emde nicht Teil der Linken-Fraktion wird. Dennoch wurde sie Mitte Oktober in die Fraktion aufgenommen, was Emde als „kleinen Geländegewinn gegen die Staatsräson“ bezeichnete. In einem Instagram-Video sagte sie: „Ich stehe zu meinen Aussagen, und ich nehme keine einzige dieser Aussagen zurück.“ Emde kritisierte auch eine Erklärung zum Antisemitismus, die sie wie alle Linke-Fraktionsmitglieder noch zwei Tage zuvor unterschrieben hatte. Darin bekennen sich die Unterzeichner unter anderem zum Existenzrecht Israels.
Nach Emdes Kritik distanzierte die Fraktionsspitze sich von ihr: „Wir müssen feststellen, dass wir uns mit einer Abgeordneten konstituiert haben, die nicht mit der Partei kooperiert – weder mit der Bezirks- noch mit der Landes- oder Bundesebene“, erklärte Fraktionschef Tobias Schulze. Man sehe keine Grundlage für eine Zusammenarbeit mit ihr. Für den Ausschluss aus der Berliner Fraktion ist laut Satzung eine Zweidrittelmehrheit der Mitglieder notwendig.

Die Linken-Politikerin Vanessa Emde auf dem Weg zur Fraktionssitzung ihrer Partei im Berliner Abgeordnetenhaus. dpa
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Reiche sagt wegen Corona-Infektion Asienreise ab
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) muss eine geplante Reise nach Südkorea wegen einer Corona-Erkrankung absagen. Ein Sprecher ihres Ministeriums bestätigte einen entsprechenden Bericht der „Bild“. Die CDU-Politikerin sollte demnach am Donnerstag an einer Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft in der Hauptstadt Seoul teilnehmen. Eröffnet wird die Konferenz von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der sich zu einer mehrtägigen Reise in Asien aufhält. Auf seinem Programm stehen Singapur, Japan und Südkorea.
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Ministerium: Rechtliches Neuland bei Vergesellschaftungen
Das von der Bundesregierung geplante Gesetz zur Erschwerung von Vergesellschaftungen wirft aus Sicht des Bundesjustizministeriums hochkomplexe Fragen auf. „Das ist verfassungsrechtliches Neuland und es stellen sich viele Fragen“, sagte ein Sprecher in Berlin. Er bezog sich damit sowohl auf die Berliner Pläne zur Vergesellschaftung von Wohnungen als auch die der Bundesregierung, das zu erschweren.
Es gebe keinen Präzedenzfall für eine Vergesellschaftung nach Artikel 15 des Grundgesetzes, auf den sich die Parteien in Berlin berufen wollen, betonte der Sprecher des Bundesjustizministeriums. Es gebe außerdem auch keinen Präzedenzfall für das von der Bundesregierung angestrebte Investitionssicherungsgesetz, das Hürden für einen solchen Schritt errichten soll.
Es gebe keinen Präzedenzfall für eine Vergesellschaftung nach Artikel 15 des Grundgesetzes, auf den sich die Parteien in Berlin berufen wollen, betonte der Sprecher des Bundesjustizministeriums. Es gebe außerdem auch keinen Präzedenzfall für das von der Bundesregierung angestrebte Investitionssicherungsgesetz, das Hürden für einen solchen Schritt errichten soll.
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Sebastian Gubernator

Berliner SPD-Chef kritisiert Dobrindt-Plan gegen Vergesellschaftungen
Der Berliner SPD-Vorsitzende Steffen Krach hat die Pläne von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) kritisiert, die Vergesellschaftung Zehntausender Wohnungen in Berlin per Gesetz zu erschweren. „Das Agieren der Union offenbart eine himmelschreiende Planlosigkeit“, sagte Krach der „Süddeutschen Zeitung“. Durch ihre Einmischung in den Berliner Wahlkampf habe die Union die Debatte um Vergesellschaftungen erst so richtig angeheizt und wundere sich anschließend über das Wahlergebnis.
Linke, Grüne und SPD wollen in einer möglichen Regierung in Berlin große Wohnungsbauunternehmen mit mehr als 10.000 Wohnungen enteignen. Sie berufen sich auf einen Passus nach Artikel 15 des Grundgesetzes, der Vergesellschaftungen erlauben könnte. Krach sagte: „Jetzt muss Dobrindt offenbar einsehen, dass er die Verfassung nicht aushebeln kann und kommt mit neuen wackeligen Ideen um die Ecke.“ Dass er selbst kein Fan von Vergesellschaftungen sei, sei hinlänglich bekannt, betonte Kraft. „Aber was da von Dobrindt kommt, wirkt zunehmend aktionistisch und peinlich.“
Nach Dobrindts Plänen sollen Vergesellschaftung nur zum Verkehrswert der Wohnungen erlaubt werden, was deutlich mehr als die von Rot-Grün-Rot veranschlagten 16 Milliarden Euro für bis zu 160.000 Wohnungen kosten dürfte. Der Innenminister will zudem einen Nachweis, dass alle anderen Mittel zur Schaffung günstigeren Wohnraums ausgeschöpft worden seien.
Linke, Grüne und SPD wollen in einer möglichen Regierung in Berlin große Wohnungsbauunternehmen mit mehr als 10.000 Wohnungen enteignen. Sie berufen sich auf einen Passus nach Artikel 15 des Grundgesetzes, der Vergesellschaftungen erlauben könnte. Krach sagte: „Jetzt muss Dobrindt offenbar einsehen, dass er die Verfassung nicht aushebeln kann und kommt mit neuen wackeligen Ideen um die Ecke.“ Dass er selbst kein Fan von Vergesellschaftungen sei, sei hinlänglich bekannt, betonte Kraft. „Aber was da von Dobrindt kommt, wirkt zunehmend aktionistisch und peinlich.“
Nach Dobrindts Plänen sollen Vergesellschaftung nur zum Verkehrswert der Wohnungen erlaubt werden, was deutlich mehr als die von Rot-Grün-Rot veranschlagten 16 Milliarden Euro für bis zu 160.000 Wohnungen kosten dürfte. Der Innenminister will zudem einen Nachweis, dass alle anderen Mittel zur Schaffung günstigeren Wohnraums ausgeschöpft worden seien.
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