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Explosion vor Parteibüro : Linke in Oberhausen geht von „gezieltem Anschlag von rechts“ aus

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Menschen demonstrieren gegen rechte Gewalt auf dem Friedensplatz in Oberhausen am 5. Juli Bild: dpa

Eine Explosion hat das Parteibüro der Linken in Oberhausen zerstört. Der Staatsschutz ermittelt. Der örtliche Fraktionsvorsitzende spricht von einem „rechten Terroranschlag“.

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          Nach der Explosion an einem Parteibüro der Linken in Oberhausen hat die Polizei nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur Hinweise auf einen selbst gebastelten Sprengsatz gefunden. Aus Ermittlerkreisen hieß es, dass eine sogenannte Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung (USBV) verantwortlich sein könnte – gebaut unter anderem mit „Blitzsprengstoff“, wie ihn Feuerwerkskörper enthalten. Hinweise auf mögliche Täter gibt es demnach noch nicht.

          In der Nacht hatte die Explosion gegen 3.20 Uhr unter anderem die Scheiben des Parteibüros sowie benachbarter Geschäfte zerstört. Der Fraktionschef der Linken in Oberhausen, Yusuf Karacelik, sagte am Dienstag laut einer schriftlichen Mitteilung: „Wir gehen von einem gezielten Anschlag von rechts aus.“ Karacelik sprach gegenüber der Deutschen Presse-Agentur von einem „rechten Terroranschlag“.

          Auch die Bundesvorsitzende der Linken, Janine Wissler, sowie der nordrhein-westfälische Parteichef Jules El-Khatib vermuten nach eigenen Worten einen rechtsradikalen Hintergrund.

          Die Ermittler verfolgen aber auch weitere mögliche Spuren. So hatten mehrere Mitglieder der Linken aus Oberhausen am Wochenende an einer Demonstration in Berlin teilgenommen, die sich gegen die Aufrüstung Deutschlands wegen des Ukrainekriegs richtete.

          Staatsschutz ermittelt

          Eine Polizeisprecherin hob hervor, dass man in alle Richtungen ermittle. Weil eine politisch motivierte Tat nicht ausgeschlossen werden könne, ermittelt der Staatsschutz der Polizei Essen zusammen mit der Staatsanwaltschaft Duisburg. Vor Ort waren am Dienstag auch Experten des Landeskriminalamts im Einsatz.

          Neben dem Büro der Partei am Oberhausener Friedensplatz wurden auch ein Friseurgeschäft und ein Reisebüro durch die Explosion erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Scheiben zerbrachen, Inneneinrichtungen wurden zum Teil zerstört. „Der Sachschaden ist erheblich“, sagte die Polizeisprecherin. Die Ermittler suchen nun nach Zeugen.

          Die Linke rief zu einer „Kundgebung gegen rechten Terror“ am Tatort in Oberhausen auf, zu der am Dienstagabend nach Angaben der Polizei etwa 250 Menschen kamen. Die Demo verlief friedlich. Auf Transparenten standen Slogans wie „Alle zusammen gegen den Faschismus“, „Rechter Gewalt entgegentreten“ und „Gegen geistige Brandstifter“.

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