https://www.faz.net/-gpf-9y7wh

Genug Intensivbetten? : Die Stunde der Kreiskrankenhäuser

Gefragt wie nie: freie Betten wie dieses auf der Intensivstation des Corona-Zentrums im Marienhospital in Arnsberg Bild: dpa

Gerade noch hieß es, jedes zweite Krankenhaus sei überflüssig. In der Corona-Krise wird nun um jedes Intensivbett gerungen und kleine Häuser bekommen eine ganz neue Bedeutung. Werden sie ihr gerecht?

          7 Min.

          Das kleine Krankenhaus liegt etwas außerhalb der Ortsmitte, genau zwischen den Bahngleisen und der Autobahn. Öhringen hat knapp 25.000 Einwohner, der Ort ist mitten im Hohenlohekreis im Norden Baden-Württembergs. Anfang März wurde dort der erste Corona-Fall gemeldet, eine Frau hatte sich im Italien-Urlaub angesteckt. Inzwischen gibt es nirgendwo sonst im Südwesten so viele Infizierte wie dort, der Kreis meldete zuletzt 454 Betroffene pro 100.000 Einwohner – in der Landeshauptstadt Stuttgart waren es nur 135; Karlsruhe meldete nur 84.

          Kim Björn Becker

          Redakteur in der Politik.

          Das Hohenloher Krankenhaus ist ein vergleichsweise kleines Haus, das Hauptgebäude ist nur drei Stockwerke hoch, 205 Betten insgesamt, davon sieben auf der Intensivstation – und gerade die sind gerade sehr begehrt. Zuletzt hat das Krankenhaus 23 Covid-19-Patienten und 13 Verdachtsfälle parallel behandelt, vier von ihnen auf der Intensivstation, drei am Beatmungsgerät. Um noch mehr Patienten betreuen zu können, wurde schon ein Nebenraum des Operationssaals umgebaut, das ergab noch einmal fünf Betten mit Beatmungsgeräten.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          „Ich soll innerhalb von einer Stunde Stellung nehmen. Ich habe Besseres zu tun“, schrieb Drosten über die Anfrage der „Bild“

          „Bild“ gegen Drosten : Die versuchte Vernichtung

          Die Kampagne der „Bild“-Zeitung gegen den Virologen Christian Drosten legt vor allem eines offen: Das Desinteresse vieler an den Fakten für eine angemessene Pandemie-Politik.
          Ein Arbeiter in der mexikanischen Stadt Ecapetec reinigt eine Trage nach der Einäscherung eines Corona-Toten.

          Corona in Mexiko : Sehenden Auges in die Katastrophe

          In Mexiko steigt die Zahl der Corona-Toten weiter, und der Gesundheitsminister selbst gesteht ein, dass die offiziellen Infiziertenzahlen zu niedrig sind. Doch der Präsident strebt Lockerungen an.
          Gedenkort für die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde in Berlin

          Bedrohung durch Euthanasie : Zorn, der nicht vergeht

          In letzter Zeit muss ich häufig an meinen Großonkel Hermann und seine Wutanfälle denken. Warum wir sehr vorsichtig sein sollten, wenn wir über den Wert des Lebens reden. Ein Gastbeitrag.