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Erdogan in Deutschland : Vorhang auf für die Propagandashow

Was Recep Tayyip Erdogan seinen Landsleuten bei seinem Besuch in Deutschland zu sagen haben wird, kann man sich schon jetzt ausmalen Bild: AP

Das Risiko, das die Bundesregierung mit Erdogans Staatsbesuch eingeht, ist groß. Er dürfte sich als Schutzpatron der Türken und Türkischstämmigen in einem Land inszenieren, in dem es von Rassisten nur so wimmelt. Ein Kommentar.

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          Merkwürdig: Angeblich will der türkische Präsident Erdogan im September nach Deutschland kommen, ein Termin soll aber noch nicht feststehen. Vielleicht spielt der 24. September eine Rolle? An dem Tag wird über die Vergabe der Fußball-Europameisterschaft entschieden, für die sich Deutschland und die Türkei beworben haben. Als ob es weiterer Spannungsingredienzien bedürfte!

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Auch so kann man sich vorstellen, wie sich der autoritär regierende Erdogan vor dem Hintergrund der Özil-Debatte inszenieren dürfte: als Schutzpatron der Türken und Türkischstämmigen in einem Land, in dem es von Rassisten nur so wimmelt. Kritik an den Zuständen in der Türkei würde er als Ausweis antitürkischer Gesinnung auslegen.

          Das ist das Risiko, auf das sich die Bundesregierung einlässt, wenn sie ihre Offenheit zum Gespräch mit Erdogan bekundet. Gespräche sind immer gut; doch angesichts der politischen Hitzewallungen könnte ein Besuch Erdogans in ein paar Wochen zur großen Propagandashow werden – klar, wer Opfer, Erlöser und wer die Schurken wären. Und am Anfang stand ein, angeblich, unschuldiges Foto!

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