Grenells Drohgebärden :
Wie sein Präsident

Klaus-Dieter Frankenberger
Ein Kommentar von
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Der amerikanische Botschafter in Deutschland, Richard Grenell
Der amerikanische Botschafter in Deutschland, Richard Grenelldpa

Er droht und polemisiert: Mit seinem Gehabe verstärkt Amerikas Botschafter Ressentiments. In der Sache haben die Amerikaner aber recht.

Die Forderung des FDP-Politikers Kubicki, den amerikanischen Botschafter Richard Grenell zur „unerwünschten Person“ zu erklären, ist für die Galerie: Sie schafft Aufmerksamkeit („Klicks“), bleibt sonst ohne direkte Folgen. Aber sie zeigt, auf welchem Niveau das deutsch-amerikanische Verhältnis angelangt ist. Trumps Botschafter meint seinem Herrn und Meister nacheifern zu müssen.

Er droht und polemisiert gegen Nord Stream 2, die Iran-Politik Berlins und, natürlich, gegen die Höhe der deutschen Verteidigungsausgaben. Dass die nach dem Plan des Finanzministers mittelfristig wieder sinken sollen, ist zweifellos ein Ärgernis, das Zweifel an Deutschlands Verlässlichkeit in der Nato weckt. Der Verteidigungsetat ist in den vergangenen Jahren durchaus kräftig gestiegen, aber selbst nach Vorstellungen des CDU-Teils der Koalition wird das Nato-Ziel, zwei Prozent des Volkseinkommens für Verteidigung auszugeben, auf absehbare Zeit nicht erreicht. Dass die Kanzlerin die Finanzplanung für nicht aussagekräftig erklärt, überzeugt nicht. Grenell verstärkt Ressentiments, in der Sache haben die Amerikaner recht.

 

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