Serie „Einig Vaterland?“ (31) : Für die Kunst war die Grenze offen

Künstler aus der DDR überquerten häufig die Grenze in den Westen. Von dort erhielten die Ostkünstler auch schon mal hohen Besuch. Wie kam das?
Als Kind hielt man die Mauer für schlicht unüberwindlich. Beim mehrmals jährlichen Verwandtschafts- und Freundesbesuch im Osten fiel der Blick aus dem Auto am Grenzübergang Rudolphstein auf Martialisches: „Panzersperren“, herausschnellende Metallbolzen, die ein durchbrechendes Automobil brutal stoppen würden, Maschinengewehre im Anschlag, dazu schneidendes Sächsisch in den Ohren. Die wenigen erfolgreichen Überwindungen dieser Maginotlinie der Moderne, dieses unmenschlichen Todeswalls, etwa mittels eines Heißluftballons aus zusammengenähten Textilien, empfand man daher als Mischung aus Wunder, viel Glück und angewandtem Surrealismus – erinnerte die bunte Patchwork-Montgolfiere doch stark an Pippi Langstrumpfs Do-it-yourself-Freiheitsvehikel.
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