Leserbriefe vom 19. Februar 2021

Wirtschaftswachstum +++ Kompetenz Europäische Union +++ sexuelle Freizügigkeit +++ Ausstellung Wunderblock +++ Sterbehilfe
Immer mehr Wachstum?
Zum Artikel „Spiel mit der Inflation“ von Gerald Braunberger in der F.A.Z. vom 8. Februar: Zwei prominente Ökonomen der Vereinigten Staaten, Larry Summers und Olivier Blanchard, halten das von Präsident Joe Biden geplante 1,9 Milliarden schwere aus Staatsverschuldung zu finanzierende Hilfspaket für die Wirtschaft der Vereinigten Staaten für überzogen, obwohl sie grundsätzlich eine solche Unterstützung des Wirtschaftswachstums befürworten, auf dass ein Abgleiten in eine Welt niedrigen Wachstums und tiefer Zinsen vermieden werde. Nur das Ausmaß der jetzt geplanten Unterstützung sei falsch, es würden zu viel, auch in Zukunft nicht gedeckte Schecks ausgestellt.
Ich halte mich für einen normalen Staatsbürger, aber ich bin von der auch hierzulande gepflegten Vorstellung befremdet, dass ein Wirtschaftsleben nur zufriedenstelle, wenn es stets wächst, dass ein niedriges Wachstum oder gar ein Schrumpfen so viel wie ein Absinken in Armut sei. Wo bleibt da die Logik? Sind wir wie Kinder, die krank sind, wenn sie nicht wachsen? Warum müssen wir immer nur mehr verbrauchen – auch mehr von unseren nur beschränkt zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen? Die Parole des immer Mehr und Mehr ist Ungeist. Hans Meister, Düsseldorf





