Ukrainisch-orthodoxe Kirche : Die geistige Befreiung

Bei einem Konzil in Kiew soll eine eigenständige ukrainisch-orthodoxe Landeskirche gegründet werden. Für die Ukraine ist das ein großer patriotischer Erfolg. Moskautreue Bischöfe boykottieren das Treffen.
In der Ukraine wird für diesen Samstag ein Ereignis erwartet, das in die Geschichte eingehen dürfte: Auf einem „Vereinigungskonzil“ soll eine neue, von Moskau unabhängige orthodoxe Kirche gegründet werden. Das Konzil soll in der mittelalterlichen, prächtigen Sophienkathedrale stattfinden, der ältesten Kirche Kiews. Ziel der Synode ist es, die drei derzeit bestehenden, konkurrierenden orthodoxen Kirchen im Land zusammenzuführen. Die größte von ihnen ist seit 1686 dem Moskauer Patriarchat unter Patriarch Kyrill I. unterstellt. Die zweitgrößte Kirche, die sich nach der Auflösung der Sowjetunion 1992 von Moskau abspaltete, untersteht dem Kiewer Patriarchat mit Patriarch Filaret. Beide Gruppen verfügen jeweils über Tausende Gemeinden. Die Kirche des Kiewer Patriarchats wird von Moskau und der orthodoxen Weltkirche jedoch nicht anerkannt.





