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Neuer Kandidat bei Demokraten : Ein Neuer für die Mitte

  • -Aktualisiert am

Deval Patrick: Der neue Präsidentschaftsbewerber bei den Demokraten Bild: AP

Das Feld der demokratischen Präsidentschaftsbewerber ist gut gefüllt. Trotzdem macht nun noch ein Neuer mit. Der Einstieg Deval Patricks hängt auch mit der Unzufriedenheit vieler Großspender mit den bisherigen Kandidaten zusammen.

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          Deval Patrick ist spät dran. Der ehemalige Gouverneur von Massachusetts ließ sich Zeit, bevor er nun doch in das Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur einstieg. Noch sind 17 Kandidatinnen und Kandidaten im Rennen – viele konnten bereits in den Fernsehdebatten ihr inhaltliches Profil schärfen und ihren Bekanntheitsgrad steigern. Er schätze alle bisherigen Bewerber, sagte Patrick in seinem ersten Wahlkampf-Video. Doch es ist klar, dass der 63 Jahre alte Patrick von jenen Kräften in der Partei ermutigt wurde, die den nächsten Präsidenten nicht im bisherigen Bewerberfeld sehen. Besonders zentristische Demokraten haben etwas von ihrer Zuversicht für ihren bisherigen Favoriten Joe Biden verloren.

          Über Patricks politische Positionen ist bislang bekannt, dass er gegen eine gesetzliche Krankenversicherung ohne private Option und gegen eine neue Vermögenssteuer ist. In seinem Video appellierte er reichlich vage an die „Einigkeit“, die er im Land schaffen wolle. Sein Twitteraccount ist überschrieben mit einem Bekenntnis zu „den Werten generationeller Verantwortung und der Politik der Überzeugung“. Wovon Patrick genau überzeugt ist, das sollen die Wählerinnen und Wähler in den kommenden Monaten herausfinden.

          Patrick verpasste bereits die Vorwahl-Anmeldefristen in Arkansas und Alabama, für die wichtige Abstimmung in New Hampshire am 11. Februar kam er gerade noch rechtzeitig. Er kann möglicherweise genug Einzelspenden einsammeln, um sich für kommende Fernsehdebatten zu qualifizieren. Eine breite Wählerbasis zu finden könnte schwieriger werden. Meinungsforscher haben herausgefunden, dass viele demokratische Wähler sich zwar noch nicht endgültig entschieden haben, aber mehrheitlich zufrieden mit dem bisherigen Bewerberfeld sind. Die meisten Linken dürften bei ihren Favoriten Bernie Sanders und Elizabeth Warren bleiben.

          Bei den „moderaten“ Demokraten könnte sich mehr bewegen. Biden liegt zwar nach wie vor in vielen Umfragen vorne, „Mayor Pete“ Buttigieg, der liberale Bürgermeister von South Bend in Indiana, holte in den vergangenen Wochen aber auf und konnte in einer Umfrage in Iowa sogar die Führung übernehmen. Manche Kommentatoren glauben dennoch, dass zentristische Wähler von ihm auf Patrick umschwenken könnten. Patrick hat mehr Regierungserfahrung, beide arbeiteten in der Wirtschaft und vertreten unternehmerfreundliche Positionen. Buttigieg war früher bei der Unternehmensberatung McKinsey, Patrick saß im Vorstand von Bain Capital, der von Senator Mitt Romney gegründeten Investmentfirma. Wem Biden mit 76 Jahren zu alt und Buttigieg mit 37 zu jung ist, könnte in Patrick eine Alternative finden.

          Seine Kandidatur ist auch ein Zeichen für die wachsende Unruhe unter den wohlhabenderen Spendern der demokratischen Partei, die keine strukturellen politischen Umwälzungen von der Sorte wollen, die Sanders und Warren vorschlagen.

          Mit Biden teilt Patrick einen anderen Vorteil. Er gehört zum inneren Kreis des ehemaligen Präsidenten Barack Obama. Viele aus Obamas Umfeld sollen ihn schon zu ihrem Favoriten erkoren haben – bereits vor einigen Monaten begannen sie, mit einem PAC (Political Action Committee) Geld für Patrick zu sammeln. In seinem Kampagnen-Video erzählte der Jurist nun seine Aufstiegs-Geschichte. Aufgewachsen in den schwarzen Armenvierteln im Süden von Chicago schaffte er es bis an die Harvard-Universität und schließlich ins Amt des Gouverneurs, das er bis 2015 innehatte. Er war erst der zweite gewählte und nicht ernannte schwarze Regierungschef eines Bundesstaates in der Geschichte Amerikas.

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