UN und Ukraine-Krieg :
Wie viele Freunde hat Putin noch?

Peter Sturm
Ein Kommentar von Peter Sturm
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Der Aggressor und sein Nicht-Kritiker aus den Tropen am 16. Februar in Moskau
Der Aggressor und sein Nicht-Kritiker aus den Tropen am 16. Februar in Moskaudpa

Politiker wie der brasilianische Präsident Bolsonaro sind zwar in der Minderheit. Aber ganz ohne Freunde steht Wladimir Putin international auch nicht da. Die UN befassen sich mit dem Thema.

Wie schwer sich manche Politiker mit dem Naheliegenden tun, hat gerade der brasilianische Präsident gezeigt. Jair Bolsonaro, sonst nie um polarisierende Bemerkungen verlegen, mag den russischen Überfall auf die Ukraine nicht bewerten. Er beruft sich dabei auf Interessen seines Landes, das womöglich fürchten müsse, nicht mehr genügend Dünger für seine Landwirtschaft zu bekommen, wenn es sich in den weltweiten Chor der Empörung über das Vorgehen des russischen Präsidenten einreihte. Wie real diese Bedrohung ist, lässt sich von außen schwer beurteilen. Sie zeigt aber, wohin es führt, wenn sich ein Land zu abhängig von einem Lieferanten macht.

Mit seiner Haltung befindet sich Bolsonaro zwar in der Minderheit, aber allein ist er auch nicht, schon gar nicht in Lateinamerika. Zu den anderen üblichen Verdächtigen, die Russland nicht verurteilen werden, gehören Venezuela und Kuba. Die Möglichkeit, sich so oder so zu äußern, steht allen Staaten im Rahmen der UN-Vollversammlung offen. Nicht jede Regierung wird sich zu deutlichen Bekenntnissen bewegen lassen. Es kommt, wie oft in der Diplomatie, auf die Nuancen an. So weigert sich zum Beispiel China, Russland zu verurteilen. Aber die territoriale Integrität der Ukraine möchte Peking gewahrt wissen. Ein formeller Zählappell wird in New York also nicht stattfinden.

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