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Reaktion von FIFA und UEFA : Rote Karte für Russland

Kein Russland mehr unter den Olympischen Ringen. Bild: F.A.Z.

FIFA und UEFA schließen russische Fußballteams von allen Wettbewerben aus. Das IOC ruft dazu auf, Athleten und Funktionäre aus Russland und Belarus vom internationalen Sport auszusperren.

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          Der Fußballweltverband FIFA und die Europäische Fußball-Union UEFA haben am Montag in einer gemeinsamen Entscheidung alle russischen Mannschaften aus allen internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. Das gilt für die Nationalelf und alle anderen Auswahlmannschaften des russischen Verbandes sowie für die Klubteams. Damit findet die Weltmeisterschaft in Qatar ohne Russland statt, das in den Playoffs auf Polen getroffen wäre.

          Michael Reinsch
          Korrespondent für Sport in Berlin.

          RB Leipzig, das den Gegner Spartak Moskau zugelost bekam, zieht kampflos in das Viertelfinale der Europa League ein. Die Entscheidung gelte bis auf weiteres, teilten die FIFA und die UEFA mit. „Der Fußball ist sich in seiner Solidarität mit den betroffenen Menschen in der Ukraine völlig einig. Die Präsidenten Infantino (FIFA) und Ceferin (UEFA) hoffen, dass sich die Situation in der Ukraine sehr schnell signifikant verbessert, so dass der Fußball wieder ein Träger für die Einheit und den Frieden unter Menschen sein kann“, hieß es in der Mitteilung weiter.

          Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) haben den Ausschluss russischer Mannschaften begrüßt. „Wer Gewalt ausübt, wer Menschen und Menschenrechte verletzt, wer Krieg führt, verlässt mit seinen Bürgerinnen und Bürgern die Gemeinschaft des Sports“, heißt es in einer Mitteilung des DFB. Der DFB sei erleichtert, „dass nunmehr auch im Einklang mit der FIFA weltweit eine gemeinsame Entscheidung getroffen worden ist.

          Die Partnerschaft mit Gazprom mit sofortiger Wirkung für sämtliche UEFA-Wettbewerbe zu beenden, hält der DFB ebenso für eine richtige und konsequente Entscheidung der UEFA“, heißt es weiter. DFL-Geschäftsführerin Donata Hopfen betonte zudem: „Ein internationaler Wettbewerb unter Beteiligung russischer Mannschaften ist in der aktuellen Lage unvorstellbar, während Russland die Ukraine angreift und unschuldige Menschen um ihr Leben und ihre Heimat fürchten müssen.“

          Russland hat mit Empörung auf den Ausschluss seiner Fußballspieler reagiert. „Die Entscheidung hat einen eindeutig diskriminierenden Charakter und schadet einer großen Zahl von Sportlern, Trainern, Angestellten von Vereinen und Nationalmannschaften und vor allem Millionen von russischen und ausländischen Fans, deren Interessen die internationalen Sportorganisationen in erster Linie schützen müssen“, teilte der Russische Fußballverband in einer Erklärung mit.

          Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatten am Montag schon vor der Entscheidung der Fußballverbände dazu aufgerufen, Russland und Belarus vom internationalen Sport auszuschließen. Dies solle für Sportlerinnen und Sportler wie für Funktionäre gelten. Darüber hinaus entzog das IOC dem russischen Präsidenten Wladimir Putin den Olympischen Orden.

          Damit reagieren die beiden Organisationen auf den Überfall Russlands auf die Ukraine, der am Donnerstag vergangener Woche begann. Russische Truppen greifen auch von Belarus aus an. Am Freitag sollen in Peking, zwölf Tage nach der Schlussfeier der Olympischen Winterspiele, die Paralympischen Spiele eröffnet werden. IOC wie DOSB schreiben in ihren Mitteilungen vom Krieg in der Ukraine, benennen Russland aber nicht als Aggressor. Beide Organisationen beklagen, dass der von ihnen geforderte Ausschluss unschuldige Athleten treffen könne.

          Der aktuelle Krieg in der Ukraine bringe die Olympische Bewegung in ein Dilemma, heißt es vom IOC: „Während Sportler aus Russland und Weißrussland weiterhin an Sportveranstaltungen teilnehmen könnten, werden viele Sportler aus der Ukraine wegen des Angriffs auf ihr Land daran gehindert. Dies ist ein Dilemma, das nicht gelöst werden kann.“ Das Executive Board (EB), der Vorstand des IOC, habe daher schweren Herzens folgenden Beschluss gefasst: „Um die Integrität globaler Sportwettkämpfe zu wahren und für die Sicherheit aller Teilnehmer, empfiehlt das EB des IOC, dass internationale Sportverbände und Organisatoren von Sportveranstaltungen russische und belarussische Athleten und Offizielle nicht zu internationalen Wettkämpfen einladen oder deren Teilnahme gestatten.“

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