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Berufung abgelehnt : Schweden erhält Haftbefehl gegen Assange aufrecht

  • Aktualisiert am

Am 17.09. soll Assange in der ecuadorianischen Botschaft vernommen werden. Bild: Reuters

Wikileaks-Gründer Julian Assange steht in Schweden weiter unter Haftbefehl. Der Australier lebt nach wie vor in der ecuadorianischen Botschaft in London. Mitte Oktober soll er dort vernommen werden.

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          Schweden hält den Haftbefehl gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange aufrecht. Ein Berufungsgericht in Stockholm wies am Freitag einen Antrag ab, in dem seine Anwälte die Aufhebung des Haftbefehls gefordert hatten. Sie argumentierten, die Vorwürfe wegen Vergewaltigung und die lange Zeit im britischen Exil stünden in keinem Verhältnis zueinander. Außerdem benötige der Australier medizinische Hilfe.

          Assange lebt seit 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London, weil er fürchtet, an die Vereinigten Staaten ausgeliefert und wegen der Enthüllungen seiner Internetplattform vor Gericht gestellt zu werden. Das Gericht in Stockholm vertrat die Auffassung, dass Assange selbst gewählt hatte, sich in der Botschaft zu verschanzen.

          Sollte der Wikileaks-Gründer das Botschaftsgelände verlassen, will ihn die britische Polizei festnehmen und an Schweden überstellen. Für diesen Fall befürchtet Assange, von den schwedischen Behörden an die Vereinigten Staaten ausgeliefert zu werden, wo ihm wegen Geheimnisverrats eine langjährige Haftstrafe und möglicherweise sogar die Todesstrafe droht. Die Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichte in den vergangenen Jahren hunderttausende geheime Dokumente, unter anderem über das Vorgehen der amerikanischen Streitkräfte bei den Kriegen im Irak und in Afghanistan. Assange zog damit den Zorn der amerikanischen Regierung und der Nato auf sich.

          Die Staatsanwaltschaft in Schweden hingegen will Assange wegen eines Vergewaltigungsvorwurfs aus dem Jahr 2010 verhören. Am Wochenende hatte die ecuadorianischen Behörden zugestimmt, dass er in den Räumen der Botschaft vernommen werden kann. Das Verhör soll am 17. Oktober stattfinden.

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