Nordkorea : Einseitige Appelle
Moskau und Peking sind nicht ganz unschuldig am Atom- und Raketenfieber von Kim Jong-un. Offenbar sind sie noch immer gewillt, eine Atommacht Nordkorea hinzunehmen.
Binnen weniger Monate werde Nordkorea über die Fähigkeit verfügen, Langstreckenraketen mit Atomsprengkopf einzusetzen. Davon ist die französische Regierung überzeugt. Die atomare Bedrohung dürfte somit zunehmen, auch für Europa. Was dann?
Was bedeutet das eigentlich für Russland und China, die beiden Mächte, die mit dem Regime in Pjöngjang bis heute nicht wirklich gebrochen haben? Den Führungen in Moskau und Peking mag das Atom- und Raketenfieber des Diktators Kim Jong-un nicht geheuer sein; aber sie sind natürlich nicht ganz unschuldig daran, dass es ausbrechen konnte. Dazu passt, dass sie ihre Appelle zur Mäßigung vor allem an die Vereinigten Staaten (und deren Verbündete) richten.
Ja, Druck und militärische Rhetorik führen vielleicht zu nichts. Aber man stelle sich vor, atomwaffenfähige Mittelstreckenraketen wären über ihre Länder geschossen worden – wie hätten sie reagiert?
Es sieht immer noch so aus, dass Russland und China eine Atommacht Nordkorea, die über die entsprechenden Trägersysteme verfügt, durchaus hinzunehmen gewillt sind. So viel zum Thema Proliferation.



