https://www.faz.net/-gq5-6mfe8

Das Bild zum Umsturz : Die Rebellen in Bab al Azizija

  • Aktualisiert am

Symbolträchtiges Bild: Rebellen nehmen das Denkmal auf dem Gelände der Bab-al-Azizija-Kaserne in Beschlag Bild: dapd

Die in den Himmel gereckte Faust, die ein ein Kampfflugzeug zerquetscht, markierte bisher das Zentrum des Gaddafi-Regimes. Das Gelände der Bab-al-Azizija-Kaserne war für Bürger des „Volksmassenstaats“ bis zuletzt eine verbotene Stadt.

          1 Min.

          Die in den Himmel gereckte Faust markierte bis Dienstagnachmittag das Zentrum der Macht in Libyen. Sie zerquetscht ein Kampfflugzeug und erinnert an die amerikanischen Luftangriffe auf Tripolis im Jahr 1986 nach dem Anschlag auf die Berliner Diskothek „La Belle“.

          Vor dem Denkmal empfing Muammar al Gaddafi seine Staatsgäste; von den Fensterhöhlen der Kaserne, die damals schwer beschädigt und nie wieder aufgebaut wurde, hielt er seine wichtigsten Reden. Die siegreichen Rebellen wagten am Dienstag zwar nicht, das Mahnmal zu schleifen, aber ein bewaffneter Kämpfer kletterte darauf herum. Diese Bilder sind so symbolträchtig wie die Aufnahmen, die im April 2003 auf dem Bagdader Firdus-Platz aufgenommen wurden, wo Iraker die riesige Saddam-Statue stürzten.

          Eine verbotene Stadt

          Die Faust steht auf dem Gelände der Bab-al-Azizija-Kaserne, die bisher Gaddafis Kommandozentrale war. Das gut sechs Quadratkilometer große Gelände, auf dem der Revolutionsführer trotzdem am liebsten in einem Beduinenzelt übernachtete, vor dem manchmal sogar Kamele grasten, war für Bürger des „Volksmassenstaats“ bis zuletzt ein verbotene Stadt. Nur geladene Gäste durften nach aufwendigen Sicherheitskontrollen einen Blick hinter die hohen Mauern werfen. Dort gab es neben einer großen Empfangshalle ein militärisches Kommunikationszentrum und eine Privatbibliothek für den Revolutionsführer.

          Das meiste blieb den Gästen jedoch verborgen, weil es unter den weiten Rasenflächen lag. Kilometerlange Tunnel verbinden angeblich die Gebäude und sollen zu atombombensicheren Bunkeranlagen führen. Auch von einem Geheimgang an die Meeresküste ist die Rede. Bei ihren zahlreichen Angriffen setzten Kampfflugzeuge der Nato spezielle Munition ein, die auch Bunker zerstören können – offenbar nur mit geringem Erfolg: Noch am Mittwoch taten sich die Rebellen schwer, das unterirdische Labyrinth unter ihre Kontrolle zu bringen, das Gaddafi längst verlassen haben dürfte. Immer wieder hüllten auch am Mittwoch Granateinschläge das „Prächtige Tor“, wie Bab al Azizija übersetzt heißt, in dichten Rauch.

          Topmeldungen

          Donald Trump und Liu He, Vizepremier von China, gemeinsam in Washington. Infolge des Handelskriegs mit Amerika habe die Korruption in Chinas Privatwirtschaft wieder zugenommen, berichtet Philipp Senff von der Wirtschaftsanwaltskanzlei CMS in Schanghai.

          Vorfälle der Deutschen Bank : In China lauert die Korruption bis heute

          Mit teuren Geschenken an chinesische Politiker wollte sich die Deutsche Bank Vorteile verschaffen. Der Fall lenkt den Blick auf ein Land, das trotz Mühen immer noch unter Bestechung leidet – auch wegen des Handelskriegs mit Amerika.
          Andreas Scheuer am Mittwoch in Berlin

          Verkehrsminister Scheuer : Im Porsche durch die Politik

          Verkehrsminister Andreas Scheuer hat einen Vorteil, der ihm beim Streit über die Pkw-Maut zum Nachteil gereichen könnte: eine gewisse Lockerheit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.