https://www.faz.net/-gpf-8vmqh

Kim Jong-un : Nordkorea verbietet Malaysiern die Ausreise

  • Aktualisiert am

Propaganda-Foto von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un Bild: AFP

Das Regime in Pjöngjang untersagt malaysischen Besuchern die Heimreise. Damit will Nordkoreas Machthaber offenbar die Ermittlungen rund um die Ermordung seines Halbbruders beeinflussen. Malaysia reagiert prompt.

          1 Min.

          Die Regierung in Pjöngjang hat malaysischen Bürgern die Ausreise aus Nordkorea verboten. „Allen malaysischen Staatsbürgern in der DPRK ist es vorübergehend untersagt, das Land zu verlassen, bis der Vorfall, der sich in Malaysia ereignet hat, ordnungsgemäß geklärt ist“, hieß es in einer am Dienstag von der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Mitteilung des Außenministeriums in Pjöngjang. Mit dem Schritt solle die Sicherheit der Diplomaten und Bürger in Malaysia sichergestellt werden. Das Außenministerium habe die malaysische Botschaft informiert. Malaysier durften in den vergangenen Jahren ohne Visum nach Nordkorea reisen.

          Die Regierung in Kuala Lumpur reagierte auf Nordkoreas Ausreisesperre mit einem Verbot für das in Malaysia ansässige Botschaftspersonal Nordkoreas, das Land zu verlassen. Nach der Ermordung des Halbbruders von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un halten sich nach Angaben der malaysischen Polizei zwei Verdächtige in der nordkoreanischen Botschaft in Kuala Lumpur auf. Die nordkoreanischen Behörden arbeiteten nicht mit den Ermittlern zusammen, sagte der zuständige Polizeichef. Am Wochenende hatten Regierungen Malaysias und Nordkoreas gegenseitig ihre Botschafter ausgewiesen.

          Acht Nordkoreaner verdächtigt

          Kim Jong-uns Halbbruder, Kim Jong-nam, war Mitte Februar am Flughafen von Kuala Lumpur vergiftet worden. Zwei Frauen wird zur Last gelegt, ihm das Nervengift VX ins Gesicht gewischt zu haben. Kim starb kurz darauf auf dem Weg ins Krankenhaus. Die beiden Verdächtigen, eine Vietnamesin und eine Indonesierin, wurden wegen Mordes angeklagt. Sie sagten aus, sie seien für eine Reality-TV-Show angeworben worden. Die Ermittler verdächtigen acht Nordkoreaner, an dem Anschlag beteiligt gewesen zu sein. Bislang konnte nur einer von ihnen vernommen werden, er wurde jedoch mangels Beweisen am Freitag freigelassen.

          Kim Jong-nam lebte mit seiner Familie in Macau unter dem Schutz der chinesischen Regierung. Er hatte sich kritisch über die Familiendynastie in seiner Heimat geäußert. Südkoreanische und amerikanische Regierungsvertreter gehen davon aus, dass der Mord von Nordkorea inszeniert wurde. Südkoreanischen Regierungskreisen zufolge erteilte Nordkoreas Machthaber bereits vor Jahren den Auftrag zur Ermordung seines älteren Halbbruders.

          Weitere Themen

          Welcher Lernstoff ist verzichtbar?

          Im neuen Schuljahr : Welcher Lernstoff ist verzichtbar?

          Auch nach den Sommerferien wird der Unterricht anders sein als gewohnt. Drei Szenarien sind denkbar. Die Friedrich Ebert Stiftung schlägt nun vor, Prüfungs- und Lehrinhalte zu reduzieren. Streit ist programmiert.

          Topmeldungen

          Schüler einer vierten Klasse sitzen zu Beginn des Unterrichts in Dresden auf ihren Plätzen.

          Im neuen Schuljahr : Welcher Lernstoff ist verzichtbar?

          Auch nach den Sommerferien wird der Unterricht anders sein als gewohnt. Drei Szenarien sind denkbar. Die Friedrich Ebert Stiftung schlägt nun vor, Prüfungs- und Lehrinhalte zu reduzieren. Streit ist programmiert.
          Streit mit der Bild-Zeitung: Virologe Christian Drosten

          „Bild“ gegen Drosten : Wahrheit im Corona-Style

          Die Kampagne gegen den Virologen Drosten ist sachlich unbegründet, niveaulos und niederträchtig. Sie richtet sich gegen die Wissenschaft. Und damit ist weder der Gesellschaft noch der Politik gedient.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.