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Metallabbau am Amazonas : Die Narben der Goldgräber

Zerstörte Natur: Sicherheitskräfte patrouillieren vor einer illegalen Mine im brasilianischen Bundesstaat Para. Bild: Reuters

Der illegale Abbau von Metallen und Mineralien bedroht das Ökosystem im Amazonas-Gebiet. Eine neue Studie zeigt das erschreckende Ausmaß.

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          Der illegale Bergbau ist kein isoliertes Problem in Amazonien. Er ist fast überall anzutreffen. Tausende Glücksritter sind in Brasilien, Venezuela, Peru oder Kolumbien auf der Suche nach Gold, Diamanten und anderen Bodenschätzen und gehen dabei mit immer schwererem Gerät ans Werk. Sie lassen im sensiblen Ökosystem des Regenwaldes tiefe Narben zurück und kommen dabei den Naturschutzgebieten und Indianerreservaten immer näher – wenn sie nicht schon eingedrungen sind.

          Tjerk Brühwiller

          Freier Berichterstatter für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Nun hat eine großangelegte Studie von Wissenschaftlern und mehreren Organisationen aus Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Peru und Venezuela erstmals das gesamte Ausmaß des illegalen Bergbaus in Amazonien erfasst. Über anderthalb Jahre arbeiteten die Experten des 2007 gegründeten „Amazonischen Informationsnetzwerks für sozioökologische Georeferenzierung“ (Raisg) an einer Kartierung des illegalen Bergbaus in der Amazonas-Region. Sie trugen Informationen aus allen Ländern der Region zusammen und werteten Satellitenbilder aus. Auf diese Weise bestätigten sie die Existenz von mindestens 2312 Standorten und 245 weiträumigeren Gebieten, in denen illegal Gold, Diamanten und andere Bodenschätze gesucht oder gefördert werden. Zudem machten sie dreißig Flüsse aus, die von den Aktivitäten direkt betroffen sind.

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