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Hongkong und WHO : China schlägt zu

  • -Aktualisiert am

Weggesperrt: Das Mitglied der Demokratischen Partei in Hongkong, Lam Cheuk-ting am Mittwoch. Bild: dpa

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich völlig ungeniert. Nach diesem Motto handelt die Führung Chinas. In Hongkong werden Demokraten verhaftet, die Weltgesundheitsorganisation wird ausgeladen.

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          Es gibt gute Gründe, über das schockiert zu sein, was sich am Mittwoch in Hongkong abgespielt hat. Überrascht allerdings kann eigentlich niemand sein. China hat im vorigen Jahr das „Sicherheitsgesetz“ für die ehemals autonome Sonderverwaltungszone durchgedrückt. Dass Peking dieses Gesetz nicht als leere Drohung betrachtete, wussten Hongkongs Demokraten von Anfang an.

          Das erklärt auch die ausdauernden Proteste gegen diese Unterdrückungsmaßnahme. Wie weit China durch die Anwendung des Gesetzes dem Wirtschaftsstandort Hongkong und seinem Ansehen in der Welt Schaden zufügt, wird nicht zuletzt von denen entschieden, die in und mit China Geschäfte machen und immer noch in großer Zahl dazu neigen, alles zu verharmlosen, was die Führung in Peking unternimmt.

          Hat Peking etwas zu verbergen?

          In das Bild eines Chinas, das sich um seinen Ruf nicht kümmert, weil es sich aller Welt überlegen dünkt, passt auch die faktische Ausladung einer Delegation der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die die Ursprünge des Coronavirus erforschen sollte.

          Monatelang hat Peking der Welt vorgemacht, es sei mit einer Untersuchung durch die WHO einverstanden, weil diese „neutral“ sei. Das lag nicht zuletzt an WHO-Generaldirektor Ghebreyesus, dem nun – spät – aufgegangen ist, wem er da lange Zeit nach dem Mund geredet hat. China schlägt ihm die Tür vor der Nase zu. Und die Welt darf spekulieren, was es hinter dieser Tür zu verbergen hat.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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