Großbritannien : Mehr als eine Million Unterzeichner gegen Parlaments-Zwangspause

Premierminister Boris Johnson hat zwei Monate vor dem geplanten Brexit die Parlamentspause verlängert. Wütende Bürger sprechen von einem Putsch, unterschreiben eine Petition. Tausende gingen auf die Straße.
Der Zorn über die vom britischen Premierminister Boris Johnson verordnete Zwangspause für das Parlament wächst. Eine Online-Petition gegen die umstrittene Maßnahme wurde binnen weniger Stunden von mehr als einer Million Menschen unterzeichnet. In mehreren Städten gingen am Mittwochabend Tausende Menschen auf die Straßen.
In London versammelten sich Demonstranten nahe des Parlaments und von Johnsons Amtssitz in der Downing Street. Sie forderten ein Ende des „Putsches“ und schwenkten Europafahnen.
Zwei Monate vor dem geplanten Brexit
Johnson hatte dem Parlament in London zwei Monate vor dem geplanten Brexit eine Zwangspause verordnet. Königin Elizabeth II. stimmte am Mittwoch einem Antrag Johnsons zu, die traditionelle Parlamentspause bis zum 14. Oktober zu verlängern. Die Entscheidung gibt den Abgeordneten deutlich weniger Zeit als von ihnen gewünscht, um einen ungeregelten Brexit zu verhindern. Viele Parlamentarier reagierten erzürnt.
Parlamentspräsident John Bercow, der über die geplante Zwangspause für das Parlament nicht vorab informiert war, bezeichnete die verlängerte Sitzungspause als Verfassungsfrevel. Labour-Chef Jeremy Corbyn nannte die Zwangspause einen Skandal und warf Johnson vor, die Demokratie zu zerschlagen, um „einen No-Deal-Brexit zu erzwingen“.







