Europa und Afrika : Tun, was man kann
Es entspricht unserem ureigenen Interesse, wenn sich Deutschland, wenn sich Europa insgesamt viel stärker Afrika zuwendet und sich dort engagiert. Politisch wie wirtschaftlich.
Jede aktuelle Studie zur demographischen Entwicklung in der Welt sagt Afrika das größte Bevölkerungswachstum voraus. Nigeria, zum Beispiel, solle Ende des Jahrhunderts rund 900 Millionen Einwohner haben, vielleicht noch mehr. Was das (entwicklungs)politisch und sozial bedeutet, kann man sich unschwer vorstellen; welche großen wirtschaftlichen Aufgaben damit auf die mehr als fünfzig Länder des Kontinents zukommen, auch.
Was der wachsende Bevölkerungsdruck in Afrika wiederum für uns, für Europa, potentiell bedeutet, davon haben wir in den vergangenen Jahren eine Ahnung bekommen: Selten ist ein Tag vergangen, an dem nicht darüber berichtet wurde, dass wieder soundso viele Migranten ihr Glück auf dem Land- oder auf dem Seeweg versucht hätten. Politischer Tumult in den Zielländern war und ist die Folge.
Es entspricht also unserem ureigensten Interesse, wenn sich Deutschland, wenn sich Europa insgesamt viel stärker Afrika zuwendet und sich dort engagiert, politisch wie wirtschaftlich. Daran ist nichts verkehrt, auch wenn manche Initiative nicht den Segen dieser oder jener Hilfsorganisation findet. Wenn das afrikanische Megathema die Entwicklung einer breiten, tragfähigen wirtschaftlichen Basis in Verbindung mit guter Regierungsführung ist, dann muss auch Europa tun, was es kann.
Wenn Afrika in den kommenden Jahrzehnten eine größere Rolle spielen soll (und wird), dann sollte es nicht die des Problemlieferanten sein.



