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Investorenkonferenz in Berlin : „Selbsttragender Aufschwung“ in Afrika

Bundeskanzlerin Merkel (CDU), Paul Kagame, Präsident von Ruanda, Alassane Ouattara, Präsident der Elfenbeinküste, und Roch Marc Kabore, Präsident von Burkina Faso (v.l.), warten am Dienstag in Berlin auf den Begin der Investorenkonferenz im Rahmen der G20-Initiative „Compact with Africa“. Bild: dpa

Deutsche Unternehmen sollten mehr in Afrika investieren, fordert Bundeskanzlerin Merkel bei einer Konferenz mit afrikanischen Staaten in Berlin. Im Gegenzug müsse das Finanz- und Steuersystem in Afrika aber „verlässlich“ für deutsche Investoren sein.

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          Zwölf afrikanische Staats- und Regierungschefs haben Berlin am Dienstag in einen Ausnahmezustand versetzt, wie er sonst nur bei einer Visite des amerikanischen Präsidenten herrscht. Straßensperren, Ansammlungen von Bereitschaftspolizei, Motorradeskorten und Kolonnen dunkler Limousinen bestimmten das Bild und verschafften dem Afrika-Gipfeltreffen, das auf Einladung der Bundesregierung stattfand, die Anmutung einer Bedeutung, die seiner Substanz nicht selbstverständlich entsprach. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte den „Compact mit Afrika“, eine neue Partnerschaft mit ausgewählten afrikanischen Ländern, vor zwei Jahren ins Leben gerufen, als Deutschland den Vorsitz der G-20-Länder innehatte, dem Kreis der zwanzig bedeutendsten Volkswirtschaften der Welt. Die deutsche Absicht zielte darauf, Investitionen von Unternehmen in afrikanischen Länder dadurch zu ermuntern und zu fördern, dass staatliche Hilfen die verlässliche Verwaltung und das Finanzwesen in den betreffenden afrikanischen Partnerstaaten stärken sollten.

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Die Bundeskanzlerin mahnte die angereisten afrikanischen Staats- und Regierungschefs am Dienstag in diesem Sinne: Die Transparenz der Bürokratie und ein verlässliches Finanz- und Steuersystem in Afrika seien für Investoren aus dem deutschen Mittelstand „ganz wichtig“. Dass das wirtschaftliche Engagement deutscher Firmen auf dem großen Kontinent noch am Anfang steht, machte Merkel mit folgenden Zahlen deutlich: Insgesamt bürgte der deutsche Staat mit speziellen Exportbürgschaften im vergangenen Jahr für Ausfuhren im Wert von 330 Millionen in die mehr als 50 afrikanischen Länder. Dieses – sehr überschaubare – Volumen wachse jedoch. Gegenwärtig lägen Anträge auf Exportabsicherungen in Höhe von einer Milliarde Euro vor, sagte die Kanzlerin und nannte die Steigerung „durchaus vielversprechend“.

          Merkel schränkte den Optimismus allerdings gleich selbst wieder ein mit der Bemerkung, sie wolle „auch kein zu positives Bild malen“ von der Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen. Das gelte für die Sicherheitslage vor allem in den Ländern der Sahelzone, wo es gravierende terroristische Herausforderungen gebe, es gelte auch für die vielen afrikanischen Länder, die mit der rasanten Entwicklung ihrer Bevölkerung zu kämpfen hätten.

          Doch insgesamt lautete die Bilanz der Kanzlerin, Afrika biete mehr Chancen als Risiken. Und obwohl das Wort Migration in ihrer Rede unerwähnt blieb, sprach aus ihren Worten doch das Faktum, dass die Versuche, afrikanischen Staaten zu einem „selbsttragenden wirtschaftlichen Aufschwung“ zu verhelfen, nicht allein geschäfts- oder gewinnorientierten Absichten folgen, sondern auch von dem Bemühen motiviert sind, die Stabilität Europas zu erhalten. Merkel fasste es zusammen in der Feststellung, „dass Afrikaner und Europäer vor vielen gemeinsamen Herausforderungen stehen“.

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