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Nach dem Brexit : Boris Johnson kann auch freundlich sein

  • -Aktualisiert am

Premierminister Johnson am Mittwochnachmittag im Unterhaus Bild: Reuters

Die EU und Großbritannien würden künftig „beste Freunde und Verbündete“ sein, sagt der britische Premierminister. Es wäre schön, wenn den Worten nun Taten folgten.

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          Wenn man bedenkt, was Boris Johnson früher so alles über die Europäische Union gesagt hat, ist seine Bemerkung im Parlament vom Mittwoch wirklich von ausgesuchter Freundlichkeit: „Beste Freunde und Verbündete“ würden Großbritannien und die EU künftig sein, meinte der britische Premierminister nun. Es wäre schön, wenn den Worten nun Taten folgten.

          Obwohl die EU die Trennung vom langjährigen Mitglied Großbritannien nun wirklich nicht gewollt hat, liegt es im vitalen Interesse der Union, auch künftig engste Beziehungen zu London zu unterhalten. Dies gilt nicht nur für die Bereiche, die durch das Handelsabkommen von Heiligabend geregelt sind, sondern auch und gerade für die Außen- und Sicherheitspolitik.

          Hier wird die Regierung in London vermutlich schnell merken, dass sie zwar formal schalten und walten kann, wie es ihr in den Sinn kommt, dass das Land als Solitär aber längst nicht das Gewicht haben kann wie als Mitglied eines Staatenbundes. Von Johnson kann man, allen schönen Worten zum Trotz, keine Kurskorrektur erwarten. Aber mittel- und langfristig könnte sich eine Mehrheit der Briten schon überlegen, ob es wirklich klug war, wegen eines Gefühls die EU zu verlassen.

          Ein Historiker hat einmal geschrieben, das britische Empire sei in einem Moment geistiger Abwesenheit entstanden. Vielleicht wird man das dereinst auch über den EU-Austritt sagen. Europas Türen jedenfalls sollten offen bleiben.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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