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Myanmar : Massaker ohne Folgen?

  • -Aktualisiert am

Sie begeben sich in Lebensgefahr, machen aber immer weiter: Protestierende in Yangon, Myanmar Bild: AP

Niemand hat bisher Myanmars Putschistenregierung anerkannt. Aber das nützt den Menschen im Land einstweilen wenig. Bleiben die Massaker an Demonstranten folgenlos?

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          Eigentlich ist alles gesagt und mittlerweile auch schon von fast allen. Jetzt hat auch Joe Biden in den Chor derer eingestimmt, die die massenhaften Tötungen von Demonstranten durch das Militär in Myanmar verurteilt haben. „Schrecklich“ sei das, sagte der amerikanische Präsident. Und nun? Man arbeite an Sanktionen, ergänzte Biden seine Stellungnahme noch.

          Wenn es gelänge, diese gezielt auf die Vermögen der herrschenden Generäle auszurichten, wäre zumindest sichergestellt, dass die Maßnahmen schmerzen. Ob das Militär allerdings bereit wäre, die Macht dem protestierenden Volk zurückzugeben, bleibt ungewiss. Einstweilen gibt es jedenfalls keine Anzeichen für ein Nachgeben.

          Chinas Prioritäten

          Eine klare Stellungnahme aus China könnte in diesem Zusammenhang helfen. Aber wenn man sieht, was die amtlichen chinesischen Medien zu der Lage in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft zu sagen haben, ist bestenfalls eine leise Distanz zu den Putschisten festzustellen.

          Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua findet nur die (niedrigen) Corona-Infektionszahlen aus Myanmar berichtenswert. Die ans Ausland gerichtete Zeitung „China Daily“ lässt Beobachter aus Südostasien zu Wort kommen, die vor Instabilität und einem Bürgerkrieg in Myanmar warnen. Übersetzt heißt das, Peking ist nicht recht glücklich – aber nicht über den Sturz einer rechtmäßig gewählten Regierung, sondern nur über die Unruhen. Das sind also Pekings Prioritäten.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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