Feldküche in Afghanistan : Deutsche Liebesszenen für Mongolen

Die deutsche Feldküche im afghanischen Mazar-i-Sharif ist ein babylonischer Ort. Küchenchef Dietmar Noch muss sich daher mächtig ins Zeug legen, um der Nationenvielfalt kulinarisch gerecht zu werden. Ein Besuch vor Ort.
Der breite helle Blechbau liegt im Zentrum des Feldlagers, fensterlos, versehen mit allerlei Anbauten, Vorbauten, Zustellcontainern. Er sieht nicht nach einer Kantine aus, nennt sich aber „deutsche Feldküche“ – und ist ein babylonischer Ort. Fünfhundert Plätze fasst der Speisesaal, dessen Wände mit den Flaggen jener Nationen behängt sind, die ihre Soldaten in den Norden Afghanistans geschickt haben. Es ist keine Protokollbeflaggung; die Fahnen sind unterschiedlich groß und aus verschiedenen Stoffen. Die Belgier haben die größte Flagge angebracht, die Esten haben ihre Nationalfarben waagerecht statt senkrecht aufgehängt, manche Fahnen lassen rätseln, zweimal erscheinen Doppeladler auf rotem Grund: Welches ist Albanien, welches Montenegro?





